Der Internationale Eishockeyverband IIHF hat Russland von der Männer-Weltmeisterschaft 2027 in Deutschland sowie von drei Nachwuchs-Weltmeisterschaften ausgeschlossen. Das teilte der Verband am Donnerstag nach einer Einzelfallprüfung durch den IIHF-Council mit. Der Council ist das oberste Leitungsgremium des Weltverbands zwischen den Kongressen.
Nach Angaben der IIHF prüfte der Council jede der fünf angefragten Weltmeisterschaften einzeln und bewertete dabei Sicherheit, organisatorische Durchführbarkeit und sportliche Integrität. Betroffen vom Ausschluss sind die Männer-WM 2027, die U20-Weltmeisterschaft sowie die U18-Turniere der Männer und Frauen. Über eine Teilnahme russischer Spielerinnen an der Frauen-WM 2027 will der Council laut Mitteilung erst im November 2026 entscheiden.
Russischer Verband kündigt Gang vor Sportgericht an
Der russische Eishockeyverband FHR kündigte umgehend eine Beschwerde beim Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne an. Der FHR erklärte, die Entscheidung weder akzeptieren noch nachvollziehen zu können. Die IIHF ignoriere die Empfehlungen des Internationalen Olympischen Komitees und handele gegen den völkerverbindenden Geist des Sports, hieß es in der auf der FHR-Website veröffentlichten Stellungnahme.
Hintergrund der russischen Argumentation ist ein Kurswechsel des IOC vom 7. Juli. An diesem Tag hob das Komitee die Suspendierung des Russischen Olympischen Komitees vorläufig auf und erklärte seine bisherigen Empfehlungen an die internationalen Fachverbände für nicht mehr gültig. Damit können russische Mannschaften grundsätzlich wieder an internationalen Wettbewerben teilnehmen und sich für die Sommerspiele 2028 in Los Angeles qualifizieren.
IOC-Präsidentin Kirsty Coventry begründete den Schritt damit, niemand solle für die Entscheidungen seiner Regierung verantwortlich gemacht werden. Ob russische Sportler bei den Sommerspielen 2028 unter eigener Flagge und Hymne antreten dürfen, hat das IOC noch nicht entschieden.
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Wie weit sich der Weltsport dem IOC-Kurs anschließt, bleibt den internationalen Fachverbänden überlassen. Kritik am Beschluss kam von der Athletenvertretung Global Athlete, der Antidopinginitiative FairSport und dem Nationalen Olympischen Komitee der Ukraine, das die Wiederzulassung als verfrüht bezeichnete. Der Deutsche Olympische Sportbund empfiehlt seinen Mitgliedsorganisationen weiterhin, russische Sportler möglichst nur unter neutralem Status starten zu lassen.
Russland und Belarus waren seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 von IIHF-Turnieren ausgeschlossen. Für die Saison 2026/27 bleibt Russland von den vier genannten Weltmeisterschaften ausgeschlossen. Belarus bleibt von der Männer-WM und der U20-WM ausgeschlossen, darf aber an drei niedrigeren Wettbewerben wieder teilnehmen.
Eröffnungsspiel in Gelsenkirchen geplant
Die Männer-Weltmeisterschaft 2027 wird nach Angaben des Deutschen Eishockey-Bundes vom 14. bis 30. Mai 2027 in Düsseldorf und Mannheim ausgetragen. Das Eröffnungsspiel findet bereits am 13. Mai in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen statt. Gastgeber Deutschland trifft dort auf den Vizeweltmeister Schweiz. Das Fußballstadion des FC Schalke 04 wird dafür in eine Eishockeyarena umgebaut.
In der Veltins-Arena in Gelsenkirchen soll das WM-Eröffnungsspiel stattfinden.
© Hans Blossey/imago
Die erste Ticketverkaufsphase startete nach DEB-Angaben am 16. Juli 2026, der vollständige Spielplan soll im September 2026 veröffentlicht werden.
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