Die passende Lektüre für den Flug nach Litauen hatte Minerva-Fabienne Hase im Handgepäck dabei. Die Regenbogenpresse informierte in einem mehrseitigen Artikel mit vielen Fotos über Hase und Nikita Volodin. Vom neuen „Traumpaar“ im deutschen Eiskunstlaufen war da die Rede, der Siegeszug des Berliner Kufen-Duos – ein „Eis-Wunder“.
Viel Aufmerksamkeit und noch mehr Superlative: Spätestens mit dem Sieg beim Grand-Prix-Finale in Peking Anfang Dezember sind Hase und der für Deutschland startende Russe Volodin zum nationalen Spitzenduo aufgestiegen. Wunder sind bei den Europameisterschaften in Kaunas zwar nicht zu erwarten. Mit einer fehlerfreien Darbietung im Kurzprogramm (Mittwoch, ab 12 Uhr) und in der Kür (Donnerstag, ab 18 Uhr; beide sportschau.de und ONE) ist eine Goldmedaille aber auch so in Reichweite.
Grand-Prix-Erfolge geben Hase und Volodin Selbstvertrauen
„Wir müssen hart dafür arbeiten, wir haben starke Konkurrenz, vor allem aus Italien und Georgien. Wir können uns nicht viele Fehler erlauben“, sagte Hase, zu deren Konkurrenten auch die Berliner Annika Hocke und Robert Kunkel zählen: „Den Titel haben wir noch lange nicht.“
Trotzdem ist das Selbstvertrauen groß. Hase und Volodin, die erst seit etwas mehr als einem Jahr zusammen auf dem Eis stehen, blicken auf eine überaus erfolgreiche Saison zurück. Nach Siegen bei den Grand-Prix-Events in Espoo (Finnland) und Osaka (Japan) folgte in Peking der bisherige Saisonhöhepunkt. Es war der erste Finalsieg einer deutschen Paarung seit den späteren Olympiasiegern Aljona Savchenko und Bruno Massot (2017/18).
Hase/Volodin gewinnen Grand Prix-Finale in Peking
„Natürlich haben uns die letzten Wettkämpfe gezeigt, dass wir das Potenzial haben, vorne mitzulaufen. Wir gehen mit viel Selbstbewusstsein rein“, sagte Hase. Auf den Erfolgen könne man sich aber nicht ausruhen: „Jeder Wettkampf ist ein neuer Start. Jeder Fehler kostet uns Punkte. Wir werden nicht weniger nervös sein als bei anderen Wettkämpfen.“
Sicherheit schafft die harte Arbeit im Training. Nach dem ungefährdeten DM-Titel Mitte Dezember sorgte neben einer dreitägigen Weihnachtspause eine Erkrankung bei Hase für eine Unterbrechung der EM-Vorbereitung. Seit ihrer Genesung arbeiteten beide wieder am gemeinsamen Rhythmus, „wir sind viele Programmteile gelaufen“, sagte Hase.
Das Berliner Duo Hase/Volodin hat den EM-Titel im Visier
Die Choreografie verinnerlichen, kleine Korrekturen an der Körperhaltung, die Elemente wieder auf den Standard bringen – es kommt auf die Details an. „Wir nutzen jede Trainingsstunde, sind immer hoch motiviert, um uns auch in Kleinigkeiten zu verbessern“, erklärte Hase.
Nicht alles gelingt. Stürze im Training sind Alltag. Das Wiederaufstehen ist die gemeinsame Stärke. „Nikita hat immer eine positive Einstellung, das steckt an“, meinte Hase. Außerdem sei der Russe ein sehr lustiger Zeitgenosse. Er finde immer die richtigen Worte, wenn Hase mal weniger motiviert ins Training komme oder die Elemente nicht 100-prozentig funktionierten. „Er versucht einen immer zum Lachen zu bringen und in schlechten Momenten aufzubauen – durch eine Grimasse, einen Spruch, eine Bewegung. Er hat immer eine positive Einstellung, das steckt an. Für uns gibt es keinen Tag, an dem wir nichts erreichen wollen.“
Letzteres gilt auch bei der Europameisterschaft. Der Titel, sagte Hase, „wäre ein Traum, der für uns in Erfüllung geht. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg.“
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