Eiskunstlauf

Savchenko und Solkowy gehen getrennte Wege

Der eine will nicht mehr, die andere ist noch nicht fertig: Während Robin Szolkowy ans Karriereende denkt, ist Aljona Savchenko auf der Suche nach einem neuen Partner.

Karin Bühler
3 Min
Abschied tut weh: Die Wege von Aljona Savchenko und Robin Szolkowy werden sich trennen.

Abschied tut weh: Die Wege von Aljona Savchenko und Robin Szolkowy werden sich trennen.

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Für manchen von uns gehört Eiskunstlaufen zum Zellstoffwechsel“, hat der frühere Eiskunstläufer und jetzige Trainer Ingo Steuer mal gesagt. Damit hat er sich gemeint. Aber auch Aljona Savchenko, die blonde Eisprinzessin, die als die energische, die explosive Hälfte des Chemnitzer Paarlauf-Duos Savchenko/Szolkowy gilt.

Robin Szolkowy, 34, ist schon immer der ruhende Pol gewesen in diesem verschworenen Dreiergespann. Nachdem ausgerechnet er am Mittwochabend im olympischen Kürfinale in der Eisberg-Arena beim dreifachen Toeloop die Balance verlor, will er raus aus der Nummer. Offensichtlich hat er genug davon, sein Leben nach den Koordinaten auszurichten, die sich ausschließlich zwischen Eishalle, Kraft-, Ballettraum und den Kapriolen von Savchenko und Steuer bewegen. Er hat seine Selbstwahrnehmung noch nie ausschließlich auf seinen Status als einer der weltbesten Kringeldreher im Paarlaufen beschränkt. Sein Zellstoffwechsel funktioniert wohl auch ohne Kufen unter den Schuhen ordentlich.

Und wenn man Aljona Savchenko, 30, richtig verstanden hat, dann soll die Weltmeisterschaft Ende März in Japan der letzte Auftritt des Paares Savchenko/Szolkowy sein. „Robin will ja nicht mehr, aber ich bin noch nicht fertig“, hat Aljona Savchenko am Morgen nach der großen Enttäuschung gesagt, die den Läufern der Deutschen Eislaufunion (DEU) statt der erhofften Goldmedaille wie schon vier Jahre vorher in Vancouver nur Platz drei bescherte. Bei den Spielen 2018 in Südkorea will sich die zierliche Frau, die vor zehn Jahren ihr Leben im Oblast Obuchiw bei Kiew verließ, um sich in Chemnitz von Steuer zur Olympiasiegerin formen zu lassen, noch einmal antreten. „Für mich gibt es noch Olympische Spiele“, sagte sie. Und: „So wollen wir die zehn Jahre nicht abschließen.“

Tatsächlich hat das olympische Kürfinale am Mittwochabend auf beinahe tragische Weise eine Gemeinschaft gesprengt, die in den vergangenen zehn Jahren ziemlich solitär die Glanzlichter im deutschen Eiskunstlauf setzte. Vier Mal sind Savchenko/Szolkowy Weltmeister geworden, vier Mal Europameister und auch die beiden olympischen Bronzemedaillen sind große Erfolge, auch wenn sich der dritte Platz für alle Beteiligten wie ein großer Verlust anfühlte.

Dass Aljona Savchenko, notfalls mit einem anderen Partner, noch eine Olympiade weiterlaufen will, passt zu dieser Frau, die immer bestrebt gewesen ist, die Perfektion zu perfektionieren. Dass sie weiter ihrem Lebenstraum hinterherjagen möchte, ist auch ganz praktisch für die DEU. Denn so fällt es vielleicht weniger auf, dass sich hinter dem Paar Savchenko/Szolkowy in den vergangenen zehn Jahren kein anderer deutscher Läufer entwickelt hat, der in der Lage wäre, die Lücke hinter ihnen annähernd zu schließen.

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