Klassik

Elfen im Sperrfeuer: Thielemann und Levit führen Klavierkonzert von Hans Pfitzner auf

Der Komponist Hans Pfitzner war bis zu seinem Tod im Jahr 1949 Antisemit und Shoah-Leugner. Gibt es Gründe, seine Musik dennoch in der Staatsoper aufzuführen?

Peter Uehling
Peter Uehling
3 Min
Hans Pfitzner (1869–1949)

Hans Pfitzner (1869–1949)

© Imago

Einige entdecken gerade ihr Herz für Komponistinnen oder Musik der Afrodiaspora – dabei mag die Grenze zwischen echtem Interesse und zeitgeistigem Geschleime fließend sein. Christian Thielemann dagegen entdeckte am Montag in der Staatsoper Berlin sein Herz für Hans Pfitzner und dessen Klavierkonzert von 1923, und das ist ganz sicher eines nicht: zeitgeistiges Geschleime.

Pfitzner war ein widerwärtiger Antisemit bis zu seinem letzten Atemzug; Thielemanns Solisten Igor Levit hätte er vermutlich nicht akzeptiert, und was er über die Shoah zusammenrülpste, wäre in der Bundesrepublik, die einen Tag nach seinem Tod gegründet wurde, bestraft worden.

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