Eliteforscher Michael Hartmann zu Mark Zuckerberg: „Spenden ist Eigennutz“

Der Multimilliardär Mark Zuckerberg will einen Großteil seines Vermögens spenden, das gab der Facebook-Gründer pünktlich zur Geburt seiner Tochter Max bekannt. Doch Spenden ist nicht immer nur eine altruistische Handlung, da ist sich Eliteforscher Michael Hartmann sicher. Der Experte verrät im Interview, welchen Zweck Zuckerberg ...

BLZ
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Der Multimilliardär Mark Zuckerberg will einen Großteil seines Vermögens spenden, das gab der Facebook-Gründer pünktlich zur Geburt seiner Tochter Max bekannt. Doch Spenden ist nicht immer nur eine altruistische Handlung, da ist sich Eliteforscher Michael Hartmann sicher. Der Experte verrät im Interview, welchen Zweck Zuckerberg verfolgt.

Herr Hartmann, warum spendet Mark Zuckerberg so viel Geld?

In den USA gibt es zwei wesentliche Gründe dafür. Der erste Grund ist ein ganz profaner. In den USA greift die Nachlasssteuer, so heißt dort die Erbschaftssteuer, sehr viel radikaler zu als in Deutschland. Wenn etwas vererbt wird, geht ein großer Teil an den Staat. Das sind rund 40 Prozent bei hohen Summen. Die Abneigung, Steuern zu zahlen, ist unter amerikanischen Reichen genauso verbreitet wie unter deutschen auch, nur dass sie halt nicht die Schweiz nebenan haben und die US-Finanzbehörden die Steuern auch bei Wegzug ins Ausland erheben. Das erklärt die vielen Spenden an Universitäten und andere Institutionen.

Der zweite Grund ist eine Tradition, die sehr stark mit dem Namen Carnegie und Rockefeller verbunden ist. Wenn Sie heute den Namen Carnegie hören, dann denken Sie an die Carnegie Foundation und die Carnegie Hall. Carnegie, der neben Rockefeller als reichster Mann seiner Zeit galt, hat damals 350 Millionen Dollar, nach heutigen Maßstäben knapp fünf Milliarden Dollar gespendet.

Woran sich niemand mehr erinnert: Er war einer dieser Superreichen, der Ende des 19. Jahrhunderts mit äußerster Brutalität vorgegangen ist: Carnegie war dafür bekannt, dass er Polizei, Detektive und Militär massiv gegen streikende Arbeiter hat vorgehen lassen. Bei einem dieser Streiks hat es so viele Tote gegeben, dass es für die damalige Zeit selbst in den USA ungewöhnlich war. Aber er wollte als Wohltäter in Erinnerung bleiben. Das hat auch ganz wunderbar funktioniert.
Und Zuckerberg ist ja nun auch alles andere als unumstritten. Das ist so ähnlich wie bei Gates. Ich glaube, diese Leute wollen in der Erinnerung bleiben als Menschen, die für das Land und für die Bevölkerung etwas Gutes getan haben. Das ist ihr eigenes Vermächtnis.

Also ist Spenden ein Steuerspar- und Imagemodell?

Die Eliten trauen dem Staat nicht zu, etwas Sinnvolles mit diesem Geld zu machen. Sie wollen nicht, dass es in der Anonymität verschwindet. Eine Stiftung bleibt mit dem Namen verbunden.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, welche Unterschiede es für die deutsche Elite gibt und wie Zuckerberg nun in den USA wahrgenommen wird.

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