Essay

Elke Heidenreich: „Langeweile macht alt“

Die Autorin plädiert in ihrem lässig allen aufkommenden Gedanken zum Thema folgenden Buch „Altern“ dafür, sich nicht in eine Ecke zurückzuziehen.

6 Min
Die Schriftstellerin Elke Heidenreich, in Köln kurz vor ihrem 80. Geburtstag fotografiert

Die Schriftstellerin Elke Heidenreich, in Köln kurz vor ihrem 80. Geburtstag fotografiert

© Henning Kaiser/dpa

Elke Heidenreich ist 80 Jahre alt, während sie an ihrem Buch über das „Altern“ – so sachlich lautet der Titel – schreibt. Sie sehnt sich nicht nach ihrer Jugend zurück. „Alles über sechzig ist ein Geschenk, fast alles unter dreißig war eine Quälerei.“ Damit macht sie klar, dass es kaum möglich ist, über das Altern nachzudenken, ohne es in Beziehung zur Jugend zu setzen. Wann fängt es an? Zwischen 30 und 60? Oder später?

Die Schriftstellerin zitiert die Aussage eines Models in der Zeitschrift Vogue. Die „hinreißende“ Frau sagt, auch sie werde nicht für immer jung bleiben und sei sich bewusst, dass sie „auch mal dreißig sein werde“. Elke Heidenreich kommentiert: „zu schön“, und zeigt sich altersmilde. Ganz anders als die Heldin aus ihrem Vorgängerbuch „Frau Dr. Moormann und ich“, die immer nur meckert, über den Mops und den unordentlichen Garten der Erzählerin.

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