Elon Musk kündigte am Samstag an, er werde international anerkannten Organisationen, die im Gazastreifen tätig sind, seinen Satelliteninternetdienst Starlink zur Verfügung stellen. In der Nacht zu Samstag teilte das palästinensische Telekommunikationsunternehmen Paltel auf X mit, dass unter anderem das Internet und der Mobilfunk im Gazastreifen wegen israelischer Bombardierungen zusammengebrochen seien.
Zuvor hatten unter anderem das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Kinderhilfswerk Unicef mitgeteilt, zu Mitarbeitern im Gazastreifen keinen Kontakt mehr zu haben.
„Die Unterbrechung jeglicher Kommunikation mit einer Bevölkerung von 2,2 Millionen Menschen ist inakzeptabel. Journalisten, medizinische Fachkräfte, humanitäre Bemühungen und Unschuldige sind gefährdet“, schrieb am Samstagmorgen die demokratische US-Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez. Ein paar Stunden später antwortete Elon Musk: „Starlink wird die Konnektivität zu international anerkannten Hilfsorganisationen in Gaza unterstützen.“
Der Hashtag #starlinkforgaza gehört seit Samstagabend zu den Trends auf dem ebenfalls von Musk betriebenen Kurznachrichtendienst. Israel hatte seine Militäroperationen im Gazastreifen 21 Tage nach dem von der Hamas verübten Massaker im Süden Israels verstärkt.
Der israelische Kommunikationsminister Shlomo Karhi kündigte als Reaktion auf Musks Nachricht an, Israel werde „alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen“, um die Einrichtung des Dienstes im Gazastreifen zu verhindern.
„Die HAMAS wird ihn für terroristische Aktivitäten nutzen. Daran gibt es keinen Zweifel, wir wissen es, und Musk weiß es. HAMAS ist ISIS. Vielleicht wäre Musk bereit, dies mit der Freilassung unserer entführten Babys, Söhne, Töchter und älteren Menschen zu verbinden. Sie alle! Bis dahin wird mein Büro alle Verbindungen zu Starlink kappen“, schrieb der Minister auf X.
Starlink wird von Musks Firma SpaceX betrieben. Musk hatte der Ukraine im Frühjahr 2022 Geräte seines Satelliteninternetdienstes zur Verfügung gestellt, um die von russischen Militärangriffen betroffenen Gebiete mit Internet zu versorgen. Später irritierte er jedoch mit Äußerungen zum russischen Angriffskrieg. So erklärte er etwa Anfang September, einen ukrainischen Angriff auf einen russischen Marinestützpunkt in der Stadt Sewastopol auf der Krim verhindert zu haben. Sewastopol ist Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte auf der Krim. (mit AFP, epd)
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