USA

Bericht: Deswegen zieht sich Elon Musk zurück

Elon Musk will seine Rolle in der Regierung von Donald Trump aufgeben – einem Bericht zufolge, weil er sich von der politischen Linken angegriffen fühlt.

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Tesla- und SpaceX-Chef Elon Musk (l.) mit seinem Sohn neben Donald Trump im Oval Office des Weißen Hauses.

Tesla- und SpaceX-Chef Elon Musk (l.) mit seinem Sohn neben Donald Trump im Oval Office des Weißen Hauses.

© Jim Watson/AFP

Einst wurde Elon Musk in den Medien als „Trumps Co-Präsident“, „Schattenpräsident“ und „erster Kumpel“ bezeichnet. Doch in den vergangenen Wochen ist es deutlich stiller um ihn geworden. Anfang des Monats schlug eine Politico-Meldung in Washington wie eine Bombe ein: Demnach hätte Trump seinem Umfeld mitgeteilt, der 53-jährige Musk werde als Berater für „staatliche Effizienz“ aufhören und in seine Unternehmen zurückkehren.

Trump-Sprecherin Karoline Leavitt nannte damals den Artikel zwar „Müll“ – ein hartes Dementi lieferte sie aber nicht. Musk wie Trump hätten beide „öffentlich erklärt, dass Musk den öffentlichen Dienst als besonderer Regierungsangestellter verlassen wird, wenn seine unglaubliche Arbeit“ abgeschlossen sei, schrieb Leavitt in Musks Onlinedienst X. Dass es bereits in wenigen Wochen so weit sein könnte, war bisher allerdings nicht klar.

Seitdem gibt es deutlich weniger öffentliche Auftritte von Musk, auch auf seiner Internetplattform X tritt er nicht mehr so kämpferisch auf wie früher. Ende letzter Woche traf er sich zwar kurz mit der italienischen Premierministerin Giorgia Meloni, die Trump im Weißen Haus besuchte, nahm aber nicht an dem Treffen teil.

Nun berichtet die Washington Post unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person, dass der Milliardär bereit sei, sich zurückzuziehen, weil er es leid sei, sich mit einer Reihe von „bösen und unethischen“ Angriffen von der politischen Linken auseinanderzusetzen. Zudem sei er der Meinung, dass sein Ausscheiden die Macht oder die Arbeit der Effizienzabteilung Doge nicht schmälern werde.

Was ist Musks Rolle in der US-Regierung von Donald Trump?

Musk hatte im vergangenen Jahr fast 280 Millionen Dollar (knapp 260 Millionen Euro) in Trumps Wahlkampf gepumpt. Belohnt wurde der reichste Mann der Welt dafür dann mit dem Posten des Regierungsberaters für „staatliche Effizienz“. In dieser Rolle trieben Musk und Doge dann radikale Kürzungen von Personal und Geldern in den Bundesbehörden voran.

Zuletzt erschien es allerdings so, als sei Musk für Trump mehr eine Last als eine politische Wunderwaffe. So floppte etwa die Wahlkampfhilfe des gebürtigen Südafrikaners für einen von Trump favorisierten Richter im Bundesstaat Wisconsin. Die von den Demokraten unterstützte Kandidatin setzte sich bei der Wahl deutlich durch.

Proteste und Boykottaufrufe gegen Musk und Tesla

In den USA sorgte Musks wachsende Machtfülle – trotz fehlendem Mandat – für heftige Reaktionen. Vor Tesla-Filialen kam es zu wütenden Protesten, in sozialen Netzwerken kursierten Boykottaufrufe. Immer wieder gerieten Tesla-Fahrzeuge in Brand. Kritiker werfen Musk zudem einen gravierenden Interessenkonflikt vor: Seine Unternehmen könnten direkt von der Abschaffung staatlicher Auflagen und der Schwächung von Aufsichtsbehörden profitieren.

Ausgebrannte Elektroautos sind vor einem Tesla-Autohaus in Niedersachsen zu sehen.

Ausgebrannte Elektroautos sind vor einem Tesla-Autohaus in Niedersachsen zu sehen.

© Jörn Hüneke/dpa

Musks Einsatz für Trump schadete ihm allerdings wirtschaftlich. Tesla meldete erst am Mittwoch einen weltweit eingebrochenen Absatz. In Deutschland boykottierten offenbar viele Kunden die E-Autos mit dem geschwungenen „T“ wegen Musks Werbung für die AfD vor der Bundestagswahl im Februar.

Der Bericht über Musks Rückzug platzte mitten in den von Trump ausgerufenen „Befreiungstag“ für die US-Wirtschaft. Eigentlich wollte der Präsident mit neuen Zollankündigungen weltweit Aufsehen erregen. Musk jedoch stahl ihm ein weiteres Mal die Schau. (mit AFP)

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