Für Ai Weiwei ist Berlin die attraktivste Stadt Europas – „vielleicht sogar der ganzen Welt“. Vor ein paar Jahren hat der chinesische Künstler die Stadt im Gespräch mit der Berliner Zeitung noch als hässlichste und langweiligste der Welt bezeichnet, nun schwärmt er von ihrer Lebendigkeit, ihrer Leere und der Tatsache, dass sie – anders als Paris oder London – nicht von alten Eliten dominiert werde. Beim Gespräch in seinem Atelier in Prenzlauer Berg geht es aber um weit mehr als um seinen Blick auf Berlin: Der Künstler, der mit seinem neuen Buch „Ai Weiwei über Zensur“ gerade viel Aufmerksamkeit erfährt, sagt, dass es Zensur überall gibt – „wie die Schwerkraft“. Er spricht über abgesagte Ausstellungen nach seinen Gaza-Äußerungen und fragt, ob Deutschland überhaupt eine Demokratie sei. Auch bezieht er Stellung zur Berliner Politik: Dass die Linke den Enteignungs-Volksentscheid unterstützt, hält er für „schlechte Politik“: „Sind die verrückt!?“
Debatte
Ai Weiwei liebt Berlin – und fragt: „Ist Deutschland überhaupt eine Demokratie?“
Ai Weiwei spricht über Zensur, Gaza und abgesagte Ausstellungen. Der Künstler erzählt, warum er Berlin inzwischen für eine der attraktivsten Städte Europas hält – und was er von der Berliner Politik hält.
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Ai Weiwei im August in seinem Atelier in Prenzlauer Berg
© Agustín Farías für Berliner Zeitung