Streaming

Musk ruft zum Netflix-Boykott auf: Aktie verliert nach Kritik an „Woke-Agenda“

Mit einem Post auf X attackiert Elon Musk Netflix und fordert Eltern zum Kündigen auf. Seine Worte treffen offenbar einen Nerv. Die Aktie des Streamingdienstes gibt nach.

3 Min
Tesla-Chef Elon Musk

Tesla-Chef Elon Musk

© Patrick T. Fallon/AFP

Tesla-Chef Elon Musk hat mit einem Post auf seiner Onlineplattform X für Aufsehen gesorgt. Der Milliardär forderte Eltern auf, Netflix zum Wohle ihrer Kinder zu kündigen. Er repostete einen Beitrag eines Nutzers, der ein Trojanisches Pferd zeigt, das Netflix symbolisiert und im Inneren die Aufschrift „Transgender Woke Agenda“ trägt. Auf der gegenüberliegenden Seite sind Personen zu sehen, die Kinder darstellen sollen. Musk schrieb dazu: „Kündigen Sie Netflix für die Gesundheit ihrer Kinder.“

Besondere Kritik übte er an der Animationsserie „Dead End: Paranormal Park“, die er als Werbeträger „für Kinder ab sieben Jahren“ bezeichnete und mit „This is not ok“ kommentierte. Musks Post wurden nach etwa sieben Stunden über eine halbe Million Mal geliked und mehr als 81.000 Mal geteilt. Der Ursprungspost stammte von dem X-Nutzer DogeDesigner, einem bekannten Pro-Musk-Account. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde der Beitrag rund 35 Millionen Mal angezeigt.

Netflix-Aktie rutscht nach Musks Boykottaufruf ab

Die Kontroverse hatte auch Börseneffekte: Die Netflix-Aktie fiel am Mittwoch um etwa 2,4 Prozent. Manche Analysten führen den Rückgang auf den Boykott-Aufruf zurück, andere sehen ihn als Teil eines allgemein belasteten Marktes – etwa durch einen Teil-Staatsschließung in den USA. Netflix reagierte bis zum Abend nicht öffentlich auf die Vorwürfe oder Musks Aufforderung.

Bereits in der Vergangenheit sorgte Musk mit transfeindlichen Aussagen für Kontroversen. In einem Interview mit dem konservativen Portal DailyWire behauptete er, seine Tochter sei durch „Propaganda“ zu einer Geschlechtsangleichung gedrängt worden und der „Woke Mind Virus“ habe sie „getötet“. Nachweislich hatte sich Musks 2004 geborener Sohn im Jahr 2022 rechtlich von ihm gelöst: Vor Gericht ließ er seinen Namen von Xavier Alexander Musk in Vivian Jenna Wilson ändern und zugleich sein Geschlecht als weiblich eintragen. Sie begründete dies mit dem Wunsch, „nicht länger mit meinem biologischen Vater in irgendeiner Weise verbunden zu sein“.

„Woke-Virus“: Trump streicht Diversity-Programme im Staatsdienst

Während seines Wahlkampfs versprach Donald Trump, den „Woke-Virus“ zu bekämpfen, wie er und seine Anhänger, darunter der Milliardär Elon Musk, Initiativen zur Förderung der Vielfalt beschreiben. Nach seinem Wahlsieg hatte er im Januar Ministerien und Bundesbehörden angewiesen, sämtliche Programme zu streichen, die Diversität, Gleichstellung und Inklusion fördern. Er verwies sämtliche Diversitätsbeauftragte von Bundesbehörden in den bezahlten Urlaub, bevor ihre Stellen abgeschafft würden. Es solle wieder eine strikt „leistungsbezogene“ Einstellungspraxis angewendet werden, hieß es vonseiten der Regierung. Kurz darauf fuhren mehrere US-Konzerne, darunter Amazon, Facebook, McDonald’s und Walmart, ihre Diversity-Programme herunter oder schafften sie ganz ab.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de