Der dichte Nebel in Berlin steht an diesem Novembermittwoch sinnbildlich für die triste Stimmung, die im Auswärtigen Amt herrschen dürfte. Am Werderschen Markt, in Mitte, unweit des Alexanderplatzes, müssen die Strategen der deutschen Außenpolitik nun zügig umdisponieren. Annalena Baerbock, die grünen Staatsminister Anna Lührmann, Tobias Lindner und Co. setzten auf das falsche Pferd – nicht die präferierte Kamala Harris wird die Geschicke im Weißen Haus die kommenden vier Jahre leiten, sondern Donald Trump.
Das nun Pikante daran: Baerbock machte keinen Hehl aus ihren Harris-Sympathien und zeigte sich sogar in ihrer Rolle als ranghöchste deutsche Chefdiplomatin, in aller Öffentlichkeit, begeistert von der Idee, mit der demokratischen Präsidentschaftskandidatin zusammenarbeiten zu wollen. In einer Welt, „in der vielleicht ein bisschen zu viel Testosteron manchmal herumfliegt“, würden „starke Frauen vielleicht auch gewissen Situationen nicht schlechttun, sondern eher guttun“, so Baerbock bei einer Pressekonferenz im Sommer dieses Jahres.
Geopolitik
Endzeitstimmung im Auswärtigen Amt? Baerbock setzte auf das falsche Pferd
Die Bundesaußenministerin hegte während des US-Wahlkampfs eindeutige Sympathien für Kamala Harris. Die Demokratin hat jedoch verloren – damit auch Baerbock. Ein Kommentar.
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Annalena Baerbock (Grüne) wird enttäuscht vom Wahlergebnis in den USA gewesen sein. Sie ließ keinen Zweifel daran, dass Harris die 47. Präsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika wird.
© Michael Kappeler/dpa