Runde Zahlen werden gern gefeiert. Am Montag wurde das 1000. Berliner Blockheizkraftwerk feierlich in Lichtenberg vom Senator für Stadtentwicklung und Umweltschutz angeworfen, dessen Titel in der kommenden Legislaturperiode unbedingt durch den Begriff … „und Energie“ erweitert werden sollte. Denn es gibt viel zu tun in Sachen Energiewende. Natürlich ist es schön, wenn jetzt 300 Wohnungen der Howoge durch eine dezentrale Anlage in sogenannter Kraft-Wärmekopplung (KWK) mit Strom und Heizung versorgt werden.
Der Ausbau dezentraler Anlagen ist limitiert
Auch nennt sich Berlin KWK-Hauptstadt, weil hier – allerdings aus historischen Gründen und nicht wegen kluger gegenwärtiger Energiepolitik – Energie meist auf effiziente Weise in KWK-Anlagen produziert wird. Das sind aber überwiegend die großen Kraftwerksblöcke von Vattenfall, von denen aus dicke Stromleitungen und noch dickere Fernwärmerohre zu den Verbrauchern gehen. Damit ist die Netzstruktur auf absehbare Zeit zementiert und der Ausbau dezentraler Anlagen limitiert. 1 000 BHKW klingt viel, und ohne die tapfere kleine Berliner Energieagentur wären es sicher noch weniger. Aber 100 000 oder mehr solcher Geräte (um mal eine plakative Größenordnung zu nennen) wären für eine Stadt mit 3,5 Millionen Einwohnern eher passend. So modern dezentrale BHKW anmuten: Sie sind effizient, aber letztlich nichts anderes als spezielle stationäre Automotoren, die meist mit Erdgas betrieben werden, also fossilem Brennstoff. Gas ist klimatechnisch deutlich besser als Kohle, die beispielsweise im Kraftwerk Reuter West hunderttonnenweise täglich in die Kessel wandert. Und weiter wandern wird. Denn die große Koalition steckt fest in ihrer energiepolitischen Blockade. Und Berlin bleibt bei einem Anteil an erneuerbaren Energien von gerade mal drei Prozent.
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