Herr der Enten" nennt man ihn, weil Sternekoch Hans-Peter Wodarz (62) in seinem Leben "bestimmt schon mehr als 1500000 Enten" serviert hat, wie er selbst sagt. Nächstes Jahr sollen es noch mehr werden: Ab Mai 2011 will er sein neues Restaurant "Berlin-Moscow" eröffnen. Dort soll es russische und deutsche Küche geben, "Hausmannskost auf höchstem Niveau". Neben russischen Klassikern wie Borschtsch wird es auch moderne Gerichte geben. "Mit dem neuen Restaurant will ich eine Lücke füllen, will Leute begeistern." Und wieso ausgerechnet russisch? "Weil Berlin eine lange russische Geschichte hat", sagt Wodarz. "In keiner Stadt passt das besser." Passend ist auch die Lage: Unter den Linden, direkt gegenüber der russischen Botschaft. Zum Restaurant soll eine Zigarrenlounge und ein Delikatessengeschäft gehören. Rund 200 Gäste sollen dort sieben Tage die Woche essen können.Russische Küche, das klingt außergewöhnlich für einen Sternekoch. Überraschen tut es bei Wodarz allerdings nicht, experimentierfreudig war er schon immer. Berühmt wurde er in den 80ern mit Gerichten wie "Kalbshirn mit Rauchaal und Gänseleber" oder "Hummer mit Lamm im Blätterteig". In den 90ern widmete er sich der sogenannten Erlebnisgastronomie, wollte das Restaurant als Bühne nutzen. In der Show "Pomp Duck and Circumstance" verband er Slapstick mit Edelküche, "das total überdrehte Restaurant-Theater", nannte er es. Ein Fresszirkus, wenn man so will, und ein Erfolg in Deutschland. Aber es gab auch Niederlagen: 2006 scheiterte er mit dem Projekt "Belle et Fou - Das Spiel mit der Lust". Er wollte gehobene Gastronomie mit Erotiktheater verknüpfen, machte aber nur in Millionenhöhe Miese. Aber Wodarz ist ein Stehauf-Männchen. Immer wieder erfand er sich neu, nutzte Niederlagen als Motor. Seine einzige Konstante: die Ente. Auch im neuen Restaurant wird Ente auf der Karte stehen. Und natürlich viel Wodka.------------------------------Foto: Koch Hans-Peter Wodarz hat schon mehr als 1 500 000 Enten serviert.
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