Ein Richter holt mit seinem Hammer aus. Unter ihm liegt ein Demonstrant auf dem Boden. Auf seinem Plakat ist kein Slogan zu lesen, nur ein roter Blutspritzer. Die Szene hatte Banksy per Schablone an die Fassade des Royal Courts of Justice in London angebracht. Ein Coup.
Der Künstler verwandelt ein Insigne zivilisierter staatlicher Gewalt – das Hämmerchen, mit dem sich ein Richter Gehör verschafft, bevor er das Urteil verkündet – zurück in eine barbarische Waffe. Dass Judikative und Exekutive in der ehrwürdigen britischen Demokratie längst voneinander getrennt wurden, wird dabei schon an der recht unpraktischen Perücke sichtbar.
Steuergeld
Rechtsstaat vernichtet Kunst: Die Entfernung eines Banksy-Murals kostete 100.000 Euro
Das britische Justizministerium ließ mit Verweis auf den Denkmalschutz ein kritisches Wandbild von Banksy entfernen. Das hätte man souveräner lösen können – und billiger.
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Kunstwerk des Straßenkünstlers Banksy an der Fassade des Royal Courts of Justice
© Callum Parke