Ein Erdbeben der Stärke 7,4 hat am Montag den Westen Kolumbiens erschüttert. Der Präsident des Landes, Abelardo de la Espriella, sprach nach Angaben der dpa von 111 gemeldeten Todesfällen und 87 Verletzten. Auch im Nachbarland Ecuador waren die Erschütterungen laut AP spürbar.
In der Stadt Pereira kamen nach Angaben des Bürgermeisters Mauricio Salazar 18 Menschen ums Leben, berichtet Reuters. Weitere Personen seien in eingestürzten Gebäuden eingeschlossen. In Manizales starben nach Angaben von Bürgermeister Jorge Eduardo Rojas zwei Menschen.
Das Epizentrum lag laut dem US-Erdbebendienst USGS und seinem kolumbianischen Pendant in der Gemeinde San Jose del Palmar in der Region Choco. Die Gouverneurin der Region Choco, Nubia Córdoba, sprach in sozialen Medien von Verletzten und schweren Gebäudeschäden in der Regionalhauptstadt Quibdó. Genaue Zahlen nannte sie laut AP nicht.
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Welche Städte sind betroffen?
Von örtlichen Medien verbreitete Aufnahmen zeigen laut AP einstürzende Häuser und kleinere Gebäude in den Städten Pereira, Cali und Quibdó. In Manizales, einer Stadt rund 300 Kilometer westlich von Bogotá, stürzte dem Bericht zufolge einer der Türme der neugotischen Kathedrale ein und fiel auf das Kirchenschiff.
Alleine in der Millionenstadt Cali, die südlich des Epizentrums liegt, würden 188 Menschen vermisst, sagte de la Espriella auf einer Pressekonferenz vor Ort. „Darauf werden sich jetzt all unsere Kräfte konzentrieren.“ Regierung und lokale Behörden mobilisierten alle Ressourcen und arbeiteten ungeachtet politischer Differenzen zusammen, sagte er weiter. Zu den bereits 600 Soldaten vor Ort sollen demnach 400 weitere hinzukommen und bei den Such- und Bergungsarbeiten helfen.
Die Zahl der Opfer in Cali bezifferte er mit 35 Toten und etwa 700 Verletzten. Drei Krankenhäuser und etwa 40 Gebäude stürzten völlig ein. Auch der Flughafen der Stadt am Rande des großen Kaffeeanbaugebietes Eje Cafetero sei nur noch eingeschränkt betriebsbereit.
Wie häufig sind Erdbeben in Kolumbien?
Kleinere Erdbeben sind im Zentrum und Westen Kolumbiens häufig, Beben mit einer Stärke über 6,0 sind dagegen selten, berichtet AP. Ein historischer Vergleich zeigt die mögliche Gefahr: 1999 tötete ein Beben der Stärke 6,2 nahe der Stadt Armenia mehr als 1100 Menschen.
Das aktuelle Beben folgt zudem auf zwei schwere Erschütterungen im Nachbarland Venezuela. Dort waren Ende Juni nach zwei Beben der Stärke 7,2 und 7,5 laut AP mehr als 5000 Menschen gestorben.
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