Der Dönerspieß und -koch hatten in deutschen und türkischen Medien fast mehr Aufmerksamkeit erzeugt als die Inhalte des ersten Besuches eines Bundespräsidenten in der Türkei seit zehn Jahren. Von „Steinmeiers Döner-Diplomatie“ war - zumeist mit negativem Unterton - die Rede. Auch in der gemeinsamen Pressekonferenz war dies ein Thema.
Ob die Diskussion vielleicht zeige, wie oberflächlich die Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei geworden seien, wurden Steinmeier und Erdogan gefragt. „Ich finde, das ist kein Zeichen dafür, wie oberflächlich die Beziehungen geworden sind, sondern eher ein Zeichen für die Oberflächlichkeit der Debatte über diesen Besuch“, antwortete Steinmeier. Er sei jedenfalls sehr dankbar dafür, von so einer vielfältigen Delegation begleitet worden zu sein. „Und der Döner von Arif Keles gehört auch zu dieser Vielfalt, die das neue Deutschland mitgeprägt hat.“
Erdogan reagierte knapp und gelassen: „Ich glaube, der Döner in Istanbul ist schon aus“, sagte er. Keles hatte seinen Döner bereits am Montagabend bei einem Empfang in der Sommerresidenz des deutschen Botschafters zubereitet. Beim offiziellen Essen Erdogans am Mittwoch war übrigens auch für Nicht-Döner-Fans gesorgt: Es gab auch gebratene Zucchiniblüten mit Ziegenkäse, Kalbsfilet mit Pilzsoße und einen türkischen Süßspeisenteller.
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