Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat sich zum Wolfsgruß-Eklat um den türkischen Spieler Merih Demiral geäußert. Wie CNN Türk und andere türkische Medien berichten, sagte Erdogan auf der Rückreise vom SOZ-Gipfel in Astana: „Sagt jemand etwas darüber, dass auf den Trikots der Deutschen ein Adler ist? Sagt jemand zu den Franzosen: Warum kräht ihr, wenn ein Hahn auf euren Trikots ist? Merih drückte auf diese Weise seine Begeisterung aus.“
Von Journalisten zu diesem Thema befragt, schien Erdogan indirekt zu bestätigen, dass seine Entscheidung, für das EM-Spiel gegen die Niederlande nach Berlin zu reisen, mit dem Aufruhr, den Demirals Wolfsgruß ausgelöst hat, zusammenhängt: „Unser Außenministerium hat seine Beamten vorgeladen, und es werden die notwendigen Schritte eingeleitet. Hoffentlich wird die ganze Angelegenheit am Samstag geklärt. Lassen Sie uns in die nächste Runde einziehen, indem wir das Spielfeld mit einem Sieg verlassen. Wenn nichts Außergewöhnliches passiert, haben wir beschlossen, zum Spiel zu gehen.“
Türkischer Verband kritisiert Demiral-Sperre
Nach der Zwei-Spiele-Sperre gegen Nationalspieler Merih Demiral hat der türkische Verband (TFF) die UEFA scharf attackiert und ihr eine politische Motivation unterstellt. Dass die Europäische Fußball-Union (UEFA) die Wolfsgruß-Geste des Verteidigers nach „Äußerungen einiger westlicher Politiker“ untersucht habe, werfe „einen Schatten auf die Unabhängigkeit des Verfahrens und der Entscheidung“, sagte TFF-Präsident Mehmet Büyükeksi. Diese sei „inakzeptabel, illegal und politisch“.
In türkischen Medien war berichtet worden, dass der türkische Verband vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS ziehen könnte. Dies ist bei einer Sperre von bis zu zwei Spielen gemäß Artikel 63.1.b der UEFA-Statuten allerdings nicht möglich. Der CAS ist demnach nicht zuständig für entsprechende Fälle. Durch die Sperre von zwei Spielen sei dem Verband „das Recht auf Einspruch“ genommen worden, kritisierte Büyükeksi.
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Die UEFA hatte in der Folge des Eklats um Demiral beim EM-Achtelfinale gegen Österreich (2:1) eine Untersuchung aufgrund eines „mutmaßlich unangemessenen Verhaltens“ eingeleitet. Die Geste führte auch zu diplomatischen Verwicklungen. Ankara lud nach Kritik der Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) den deutschen Botschafter vor, am Donnerstag bestellte das Auswärtige Amt den türkischen Abgesandten ein.
Demiral, der gegen Österreich die beiden türkischen Tore erzielt und nach seinem zweiten Treffer den Wolfsgruß gezeigt hatte, verpasst das Viertelfinale am Samstag gegen die Niederlande in Berlin. Sollte sich die Türkei durchsetzen, müsste Demiral auch im Halbfinale zuschauen.
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