Die Zahl der Touristen, die offenbar nach dem Konsum von gepanschtem Alkohol in Laos gestorben sind, ist auf sechs gestiegen. Am Freitagmorgen erlag eine weitere 19-jährige Touristin in einem Krankenhaus in Bangkok im Nachbarland Thailand ihren Vergiftungserscheinungen, berichteten australische Medien unter Berufung auf eine Mitteilung der Familie. „Mit gebrochenem Herzen und voller Traurigkeit müssen wir leider mitteilen, dass unser wunderschönes Mädchen Holly nun Frieden gefunden hat“, schrieben die Angehörigen.
Ihre ebenfalls 19-jährige Freundin Bianca Jones sowie eine Britin, ein US-Amerikaner und zwei Däninnen waren zuvor gestorben, wie verschiedene Behörden und Medien berichtet hatten. Sie hatten demnach mit Methanol versetzten Alkohol in einer Bar im Touristenort Vang Vieng nördlich der Hauptstadt Vientiane getrunken. Mehrere Menschen sollen im Zusammenhang mit den Todesfällen festgenommen worden sein.
Party in Vang Vieng: Hinweise auf Methanolvergiftung
Laut Berichten britischer und australischer Medien gehörten die sechs Toten zu etwa einem Dutzend Touristen, die nach einer Partynacht in dem bei Rucksackreisenden beliebten Ort Vang Vieng am 12. November Symptome einer Methanolvergiftung entwickelten. Der Betreiber des Nana Backpackers Hostel in Vang Vieng, wo die beiden 19 Jahre alten Australierinnen laut Medienberichten untergekommen waren, wurde festgenommen und verhört.
Die Todesfälle werden noch von der Polizei untersucht, aber Aussagen anderer Touristen deuten darauf hin, dass sie möglicherweise mit Methanol versetzte Getränke konsumiert haben - eine tödliche Substanz, die oft in schwarzgebranntem Alkohol enthalten ist.
Duong Duc Toan, der Manager des Nana Backpack Hostels, zeigt in der Bar des Hostels in Vang Vieng eine Flasche Wodka.
© Anupam Nath/AP
„Das ist die schlimmste Angst aller Eltern und ein Alptraum, den niemand ertragen sollte“, hatte Australiens Premier Anthony Albanese gesagt. Wenn die Destillation nicht richtig gemacht wird, ist selbst gebrannter Alkohol oft mit Methanol versetzt. Der Stoff ist giftig und kann zu Blindheit oder in größeren Mengen auch zum Tod führen.
Auch ein Tourist aus Neuseeland soll erkrankt sein
Das neuseeländische Außenministerium teilte am Donnerstag in einer Erklärung mit, dass seine Botschaft in Bangkok, die für Laos zuständig ist, von einem Bürger kontaktiert worden sei, der krank sei und in Laos wahrscheinlich eine Methanolvergiftung erlitten habe.
Australien und Großbritannien warnen in ihren Reisehinweisen für Laos vor drohenden Methanolvergiftungen beim Konsum von gepanschtem Alkohol. Methanol wird in Industrie- und Haushaltsprodukten wie Frostschutzmittel, Lack oder als Farb-Verdünner eingesetzt. Mit dem billigen Methanol können teure Spirituosen gestreckt werden. Das Verschlucken von Methanol kann beim Menschen zu Blindheit, Leberschäden und zum Tode führen. Schon 25 bis 90 Milliliter können tödlich sein. (mit AFP)
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