Stromnetze

Erneut Stromausfall in Berlin – dieses Mal in Grunewald und Westend

Defekter Schalter legt zeitweise 4.500 Haushalte lahm. Schreckt durch Erinnerungen an Anschlag im Januar. Wie steht es um den Schutz der Infrastruktur?

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Umspannwerk, 380‑kV‑Netzausbau – wie resilient sind solche EInrichtungen?

Umspannwerk, 380‑kV‑Netzausbau – wie resilient sind solche EInrichtungen?

© Martin Schutt

Ein technischer Defekt hat am Freitagnachmittag in den Berliner Ortsteilen Grunewald und Westend für einen größeren Stromausfall gesorgt. Bei vielen Anwohnern weckte die plötzliche Unterbrechung Erinnerungen an den Anschlag auf das Stromnetz Anfang des Jahres.

In der Spitze waren nach Angaben von Stromnetz Berlin rund 4.500 Haushalte und 300 Gewerbeeinheiten ohne Strom. Ursache sei ein defekter Schalter in einem von zwei betroffenen Umspannwerken, teilte ein Sprecher des Netzbetreibers dem Sender rbb24 mit. Die Störung begann kurz vor 16 Uhr im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Eine Stunde später waren noch rund 1.000 Haushalte und 100 Betriebe ohne Versorgung. Fünf Reparaturteams seien im Einsatz, die Arbeiten seien noch am Abend abgeschlossen gewesen, hieß es vom Netzbetreiber.

Erinnerung an Brandanschlag Anfang Januar

Der aktuelle Vorfall blieb nach Darstellung von Stromnetz Berlin auf eine lokale technische Störung beschränkt. Hintergrund der erhöhten Aufmerksamkeit ist ein deutlich größerer Ausfall Anfang Januar 2026 im Südwesten Berlins. Damals hatte ein mutmaßlicher Brandanschlag auf eine Kabelbrücke nahe dem Heizkraftwerk Lichterfelde mehrere Hochspannungskabel zerstört. Rund 45.000 Haushalte und mehr als 2.000 Gewerbebetriebe waren laut Berichten teils tagelang ohne Strom, in vielen Wohnungen fielen auch Heizung und warmes Wasser aus.

Berlin verstärkt Schutz der Infrastruktur

Nach dem Vorfall im Januar kündigte der Berliner Senat eine beschleunigte Umsetzung des „Resilienzkonzepts für die Stromversorgung in Berlin“ an. Umspannwerke, Kabelbrücken und zentrale Netzknoten werden den Angaben zufolge zusätzlich gesichert, etwa durch Zäune, Beleuchtung, Zugangskontrollen und Alarmsysteme. Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Kommunikationszentren erhielten erweiterte Notstromkapazitäten.

Auf Bundesebene beschleunigte der Vorfall die Diskussion um das geplante Kritis-Dachgesetz, das Betreiber kritischer Infrastruktur zu verbindlichen Schutzplänen verpflichten soll. Politiker und Netzbetreiber forderten zudem Einschränkungen bei öffentlich zugänglichen Detaildaten zu Stromtrassen, um mögliche Sabotage zu erschweren.

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