In Russland ist offenbar erneut ein US-Bürger wegen ihm vorgeworfenen Drogenbesitzes festgenommen worden. Wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass meldet, handelt es sich dabei um einen 28-jährigen Mann, der am Moskauer Flughafen Vnukovo Cannabis-Gummibärchen bei sich getragen haben soll. Ihm drohen nun fünf bis zehn Jahre Haft und eine Geldstrafe in Höhe von umgerechnet etwa 10.500 Euro.
Dem Statement des Zolldienstes zufolge, auf das sich Tass bezieht, wurde der Mann bereits am 7. Februar festgesetzt, nachdem er aus Istanbul in Moskau gelandet war. Ein Hund habe Interesse an seinem Koffer gezeigt. Bei der Kontrolle sollen die Beamten dann zwei Plastikdosen und eine Zip-Tüte mit den Gummibärchen entdeckt haben. „Eine chemische Analyse ergab das Vorhandensein von narkotischen Substanzen aus der Gruppe der Cannabinoide“, erklärte die Behörde laut Tass. Der Mann habe seinerseits angegeben, ein Arzt in den USA habe ihm die Gummibärchen für seine Reise verschrieben.
Genaueres über die Identität des 28-Jährigen ist derzeit nicht bekannt. Ein Sprecher der US-Botschaft in Moskau teilte Reuters am Freitag mit, dass man aus Gründen des Datenschutzes „zu diesem Zeitpunkt nichts mitteilen“ könne.
US-Lehrer Marc Fogel aus russischer Haft entlassen
Die Festnahme wird bekannt, nachdem in dieser Woche ein Gefangenentausch zwischen den USA und Russland stattgefunden hat, den beide Länder als vertrauensfördernd eingestuft hatten. Der ebenfalls wegen Drogenbesitzes verurteilte US-Lehrer Marc Fogel war darin aus russischer Haft entlassen worden. Er hatte sich bei seiner Rückkehr mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus getroffen. Im Gegenzug dafür willigte Washington in die Freilassung des in den USA der Geldwäsche mittels Kryptowährungen beschuldigten Russen Alexander Winnik ein.
Kurze Zeit später meldeten Washington und Moskau dann ein Telefonat zwischen Trump und Kreml-Chef Wladimir Putin. In dem Gespräch vereinbarten beide nach Angaben des US-Präsidenten den raschen Start von Ukraine-Verhandlungen.
Auch die Biden-Regierung hatte mit Moskau trotz der frostigen Beziehungen wiederholt Gefangene ausgetauscht. Im vergangenen August kamen beim größten Gefangenenaustausch seit dem Ende des Kalten Kriegs unter anderen der US-Journalist Evan Gershkovich und der frühere US-Soldat Paul Whelan frei. Zu den im Gegenzug freigelassenen Häftlingen gehörte auch der „Tiergarten-Mörder“ Vadim Krasikow, der in Deutschland wegen des Mordes an einem tschetschenischstämmigen Georgier in Berlin verurteilt worden war. (mit AFP)
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