Der in der Corona-Zeit eingerichtete Nothilfe-Fonds des Verbandes in Höhe von 150.000 Euro sei bereits ausgeschöpft. „Der Topf ist nun leer, und so sind die betroffenen Personen gezwungen, illegal weiterzuarbeiten.“
Bund und Länder einigten sich auf Schließung von Bordellen
Der Verband wirbt auch online für Spenden. „Viele der nicht in Deutschland ansässigen Sexarbeiterinnen haben in Bordellen übernachtet – seit deren Schließung sitzen sie von einem Tag auf den anderen auf der Straße“, heißt es da. „Sie können aktuell auch nicht in ihre Heimatländer zurück, es bestehen Einreisestopps und in den meisten Fällen fehlt ohnehin das Geld für eine ungeplante Reise.“ In Hotels zu übernachten, sei ebenfalls keine Option, da die finanzielle Lage der Prostituierten zu prekär sei. Auch der Sozialdienst katholischer Frauen hatte vor kurzem darauf hingewiesen, dass viele Prostituierte „plötzlich vor dem Nichts“ stünden und etwa auf Lebensmittelpakete angewiesen seien.
Trotz der gegenwärtigen Situation durch die Corona-Pandemie müsse das Prostitutionsschutzgesetz eingehalten werden, so das Bundesamt für Familie. Von den Ländern wird gefordert, „sachgerechte Entscheidungen unter Berücksichtigung der konkreten Bedingungen“ zu treffen.
Bund und Länder hatten sich Ende Oktober geeinigt, dass auch Bordelle im November geschlossen sein müssen. Schon zuvor waren sie in den meisten Bundesländern seit dem Frühjahr zu. Es gibt keine verlässlichen Zahlen darüber, wie viele Menschen in der Sex-Branche arbeiten. Im Rahmen des Prostituiertenschutzgesetzes hatten sich bis Ende 2018 rund 32.800 Menschen offiziell angemeldet.
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