USA

Tatverdächtiger nach Attentat auf Charlie Kirk gefasst: Vater verriet ihn, Trump fordert Todesstrafe

Nach dem tödlichen Schuss auf den Trump-nahen Aktivisten Charlie Kirk melden die Behörden einen Ermittlungserfolg. Ein 22-Jähriger wurde festgenommen. Was über ihn bekannt ist.

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Utahs Gouverneur Spencer Cox gibt die Festnahme von Tyler Robinson im Fall des getöteten Aktivisten Charlie Kirk bei einer Pressekonferenz bekannt.

Utahs Gouverneur Spencer Cox gibt die Festnahme von Tyler Robinson im Fall des getöteten Aktivisten Charlie Kirk bei einer Pressekonferenz bekannt.

© Patrick T. Fallon/AFP

Nach der Tötung des rechten Aktivisten Charlie Kirk ist der gesuchte Tatverdächtige gefasst worden. Das teilte US-Präsident Donald Trump im US-Sender Fox News am Freitag mit. „Jemand, der ihm sehr nahe steht, hat ihn verraten“, fügte Trump hinzu. Er sagte weiter, ein Geistlicher mit Verbindungen zur Polizei und der Vater des mutmaßlichen Schützen hätten bei der Festnahme eine Rolle gespielt. In einer Pressekonferenz bestätigten Behördenvertreter am Freitag den Ermittlungserfolg.

Der Gouverneur von Utah, Spencer Cox, eröffnete die Pressekonferenz mit den Worten: „Wir haben ihn“. Es handle sich bei dem gefassten Verdächtigen um einen Mann namens Tyler Robinson. Ein Familienmitglied von Robinson habe sich an einen Freund der Familie gewandt, der sich dann bei einem Sheriff gemeldet habe. Demnach habe Robinson „ihnen gestanden oder angedeutet, dass er die Tat begangen habe“ sagte Cox.

Robinson wurde am Donnerstag um 22 Uhr Ortszeit in Utah festgenommen, teilte FBI-Direktor Kash Patel ebenfalls in der Pressekonferenz mit. „In weniger als 36 Stunden – 33, um genau zu sein – wurde der Verdächtige dank des vollen Einsatzes der Bundesregierung und der Zusammenarbeit mit den Partnern hier im Staat Utah und Gouverneur Cox in einer historischen Zeitspanne festgenommen“, sagte Patel. Die Ermittlungen gehen laut Patel weiter. Jedem einzelnen der Tausenden von Hinweisen aus der Bevölkerung würde noch nachgegangen werden.

Tyler Robinson. Nach Angaben der Strafverfolgungsbehörden gestand er seinem Vater, dass er am Mittwoch den konservativen Influencer Charlie Kirk erschossen hatte.

Tyler Robinson. Nach Angaben der Strafverfolgungsbehörden gestand er seinem Vater, dass er am Mittwoch den konservativen Influencer Charlie Kirk erschossen hatte.

© UPI/imago

Attentat auf rechten Aktivisten: Erste Hinweise auf Motiv

Einem Familienmitglied zufolge habe der 22-Jährige sich in der Vergangenheit immer stärker politisiert, erklärte Cox. Der Gouverneur sprach in diesem Zusammenhang auch von ersten Hinweisen auf das Motiv.

Auf zwei unbenutzten Patronenhülsen, die in der Nähe des Tatorts entdeckt worden seien, hätten antifaschistische Parolen gestanden. Auf einer Patrone sei zu lesen „Hey Faschist, fang“, auf der anderen „Bella Ciao“, offenbar in Anspielung auf die Hymne italienischer Partisanen. Trump hatte in den vergangenen Tagen bereits die „radikale Linke“ für die Tötung Kirks verantwortlich gemacht.

Gouverneur: „Politische Gewalt ist anders als jede andere Form der Gewalt“

Kirks Ermordung, schloss Cox in der Pressekonferenz, sei „viel größer“ als ein Angriff auf eine einzelne Person. „Es ist ein Angriff auf uns alle“, sagte er. „Es ist ein Angriff auf das amerikanische Experiment. Es ist ein Angriff auf unsere Ideale“.

Er fügte hinzu: „Politische Gewalt ist etwas anderes als jede andere Art von Gewalt (...) Wir werden niemals in der Lage sein, all die anderen Probleme zu lösen, einschließlich der Gewaltprobleme, über die sich die Menschen Sorgen machen, wenn wir nicht in der Lage sind, einen Zusammenstoß von Ideen sicher und gefahrlos zu führen. Auch und gerade bei den Ideen, mit denen man nicht einverstanden ist.“

Gouverneur strebt Todesstrafe für gefassten Schützen an

Die Behörden hatten bereits am Vortag um die Mithilfe der Öffentlichkeit gebeten und eine Belohnung von bis zu 100.000 Dollar (etwa 85.000 Euro) für Informationen ausgesetzt, die zur Identifizierung und Verhaftung des Schützen führen. Der Gouverneur von Utah sagte, dass die Behörden die Todesstrafe anstreben würden, sobald der Verdächtige gefunden ist.

Im Interview mit Fox News sprach sich auch Trump für die Höchststrafe aus: „Nun, ich hoffe, dass er für schuldig befunden wird, und ich hoffe, dass er die Todesstrafe bekommt“, sagte der US-Präsident gegenüber dem Sender. „Was er getan hat, Charlie Kirk, er war der beste Mensch, der das nicht verdient hat. Er hat so hart und so gut gearbeitet, jeder mochte ihn.“ In Utah ist die Todesstrafe offiziell erlaubt.

FBI veröffentlichte Videoaufnahmen des mutmaßlichen Schützen

Erst kurz vor der Festnahme hatte das FBI ein Video eines Tatverdächtigen veröffentlicht. In dem Video ist zu sehen, wie der dunkel gekleidete mutmaßliche Schütze über das Dach des Gebäudes rennt, von dem aus der tödliche Schuss abgefeuert wurde, und anschließend flüchtet.

„Auf dem Dach wurden Spuren wie Schuhabdrücke, ein Unterarmabdruck und ein Handflächenabdruck gesichert“, teilte das FBI-Büro in Salt Lake City auf der Plattform X mit. Die Waffe und Munition des Schützen wurden in einem Waldstück in der Nähe der Universität gefunden, hieß es weiter.

Die vom FBI in Salt Lake City auf X veröffentlichte Aufnahme zeigt eine Person von Interesse im Zusammenhang mit dem tödlichen Schuss auf Charlie Kirk an der Utah Valley University.

Die vom FBI in Salt Lake City auf X veröffentlichte Aufnahme zeigt eine Person von Interesse im Zusammenhang mit dem tödlichen Schuss auf Charlie Kirk an der Utah Valley University.

© FBI Salt Lake City/ZUMA Press Wire/dpa

Der 31-jährige Podcaster Charlie Kirk, ein Unterstützer von Präsident Donald Trump, war am Mittwoch bei einer Freiluft-Diskussionsveranstaltung auf einem Universitäts-Campus in der Stadt Orem erschossen. Die Ermittler gehen davon aus, dass Kirk aus einer Entfernung von rund 180 Metern mit einem einzigen Schuss tödlich am Hals verletzt wurde.

Der nun gefasste Verdächtige, Tyler Robinson, war nach Aussage von Cox kein Student an der Uni, an der das Attentat verübt wurde. (mit AFP)

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