Wo Otto Lilienthal vor über 100 Jahren den Menschheitstraum vom Fliegen in eine industrielle Form goss, drehen sich bald Schlüssel in neuen Wohnungstüren. An der Köpenicker Straße 105 bis 120 in Berlin-Mitte befand sich einst die erste Flugzeugfabrik der Welt. Nachdem das geschichtsträchtige Areal seit den 1990er-Jahren zu einem profanen Parkplatz verkommen war, schließt die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM) nun diese Baulücke und hat den Vermietungsstart für ihr neuestes Projekt auf dem Gelände bekannt gegeben.
Ab dem Jahr 1883 betrieb der Luftfahrtpionier und sozial engagierte Unternehmer Lilienthal an diesem Standort zunächst seine Dampfkessel- und Maschinenfabrik. Was mit Kleindampfmaschinen begann, schrieb bald darauf Weltgeschichte: Ab 1894 fertigte Lilienthal hier seinen Normalsegelapparat in Serie. Nach seinem tragischen Unfalltod im Jahr 1896 endete dieses Kapitel jedoch rasch, und die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs um das Jahr 1944 tilgten fast alle historischen Spuren. Lediglich eine unscheinbare Gedenkstele erinnerte bislang an diese Pionierleistung. Ab Mitte August 2026 soll nun neues Leben in das Quartier Lilienthal einziehen, wie das Unternehmen ankündigte.
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Wohnungskrise in der Hauptstadt: „Bauen in Berlin rechnet sich einfach nicht“
40 Wohnungen sind öffentlich gefördert
Das Projekt, dessen Bauarbeiten im Dezember 2023 begannen, illustriert an der Nahtstelle zwischen Mitte und Kreuzberg den Versuch, dem Wohnungsmangel in der Hauptstadt durch Nachverdichtung auf knappen Restflächen zu begegnen. Von den neu gebauten Zwei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen sind nach Angaben der Gesellschaft 40 Einheiten öffentlich gefördert und für Personen mit Wohnberechtigungsschein (WBS) vorgesehen. Die Einstiegsmiete liegt hier laut WBM bei 6,90 Euro pro Quadratmeter. Dem stehen 30 frei finanzierte Wohnungen gegenüber.
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