Das Beauftragtenwesen in der Politik sowie in großen Unternehmen ist erheblich und vielgestaltig. Es gibt jede Menge Frauen- und Integrationsbeauftragte, Datenschutz- und Nachhaltigkeitsbeauftragte. Auch Antirassismus- und Antisemitismusbeauftragte haben Konjunktur. Nun gibt es in Berlin einen Queerbeauftragten, den ersten in Deutschland überhaupt.
Alfonso Pantisano soll Ansprechperson für die queeren Communitys in Berlin sein, also für Lesben, Schwule, bisexuelle sowie trans- und intergeschlechtliche Menschen in der Stadt. So hat es der schwarz-rote Berliner Senat auf seiner Sitzung am Dienstag auf Vorschlag der SPD-geführten Senatsverwaltung für Integration beschlossen.
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Berlins Queerbeauftragter ist ein SPD-Politiker
Der 48-jährige Pantisano ist in der Berliner SPD bestens vernetzt, er ist Mitglied des Landesvorstands. In der vorigen Legislaturperiode war er Referent der Innensenatorin Iris Spranger. Dabei war er immer mal für einen starken Auftritt gut, ohne auf politische Partnerschaften zu achten. So ärgerte sich der damalige grüne Koalitionspartner im vergangenen Sommer sehr, dass Pantisano die Gesundheitssenatorin Ulrike Gote frontal anging: „Man muss es sagen, wie es offensichtlich ist: Der Berliner Gesundheitssenatorin Gote ist das Thema Affenpocken so was von egal!“
Wie auch immer, jedenfalls wurde Alfonso Pantisano nach der erzwungenen Berliner Wahlwiederholung hauptberuflich persönlicher Referent der SPD-Vorsitzenden Saskia Esken. Nun mischt er wieder in der Berliner Landespolitik mit. Kritiker sagen, er sei bei Esken eigens dafür geparkt worden.
Menschen nehmen an der Equality Parade, einer LGBT-Parade, teil.
© Czarek Sokolowski/AP/dpa
Von Hause aus ist Berlins Queerbeauftragter Moderator
Von Hause aus ist Pantisano Moderator. Auf der Homepage alfonso-pantisano.tv preist er sich als „Moderator aus Leidenschaft“. Er sei „ein absolutes Sprachtalent, was er auf internationalen Events von Tel Aviv über Melbourne nach San Francisco immer wieder bewiesen“ habe.
In seinen ersten Äußerungen in neuer Funktion beklagt Pantisano die Situation vieler queerer Menschen in Berlin. Er sieht vor allem Handlungsbedarf mit Blick auf die Rechte sexueller Minderheiten. „Es gibt noch so viele rechtliche Missstände, an die wir ranmüssen.“
„Wir sagen auf der einen Seite, Berlin ist die Regenbogenhauptstadt, und unter diesem Schirm des Regenbogens geben wir vor, dass man sich hier sicher fühlen kann“, sagte Pantisano. Doch die Realität sehe anders aus, denn viele queere Menschen lebten in konstanter Angst vor Diskriminierung oder Angriffen.
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