München Louis van Gaal hat gute Laune gehabt, und das lag nach dem dritten Spiel der Champions League natürlich am dritten Sieg, mit dem sich der FC Bayern wohl geradewegs ins Achtelfinale hieven wird. Ein Punkt aus den verbleibenden drei Partien fehle noch, rechnete Präsident Uli Hoeneß vor, "wahrscheinlich brauchen wir gar keinen mehr". Deswegen spielte es für den Trainer auch eine untergeordnete Rolle, wie das 3:2 (2:1) gegen den rumänischen Meister zustande gekommen war. "Wir haben in dieser Saison noch nicht viel geduselt", sagte der Niederländer in seinem zuweilen lieblichen Deutsch. Aber diesmal, "haben wir sehr viel Glück gehabt".Denn eigentlich gingen alle Tore auf das Konto der Gäste, die eigenen in der 28. Minute durch Kapitän Cadu und Juan Culio (86.) ohnehin, die Eigentore durch Cadu (32.) und Cristian Panin (37.) aber eben auch. Und dann war da noch das zwischenzeitliche 3:1 durch Mario Gomez in der 77. Minute, bei dem der Nationalstürmer von Cadu angeschossen wurde und sich gar nicht dagegen wehren konnte, dass der Ball den Weg ins Netz fand. "Wir können uns wirklich für alle drei Tore bedanken. Aber so ist Fußball: Wochenlang geht nichts, und dann fallen die Tore wie von selbst", sagte Gomez.So darf sich das fortsetzen aus Sicht der Bayern, die auch gegen Cluj den Ausfall einer nahezu kompletten Elf zu verkraften hatten. Am Freitag im Ligaspiel beim Hamburger SV sollen einige der maladen Profis in den Kader zurückkehren. Am ehesten ist mit den beiden ehemaligen HSV-Profis Daniel van Buyten und Ivica Olic zu rechnen, die es gegen Cluj nicht ganz geschafft hatten, ausreichend von Rückenbeschwerden und einem Nasenbeinbruch zu genesen.Ihre absehbare Rückkehr ist eine gute Nachricht, die beste aber ließ sich auf mentaler Ebene verorten. Denn hinzugesellt haben soll sich inzwischen ein Geist, der mehr wert ist als jeder einzelne Profi, der den Krankenstand verlässt. Zwar sei die Verunsicherung noch immer zu erkennen, gab Philipp Lahm zu bedenken. Aber Gomez hat immerhin festgestellt: "Wir haben mittlerweile wieder das Vertrauen, dass wir Spiele gewinnen können." Total überzeugt sei man zwar noch nicht, aber immerhin so, dass es zum Siegen reiche.Nach dem 3:0 gegen Hannover 96 und dem 3:2 gegen Cluj könnte der Aufschwung mit einem weiteren Erfolg in Hamburg binnen sechs Tagen als nachhaltig gewertet werden, wenngleich zuweilen erduselt. "Wenn wir dieses Spiel gewinnen, sind wir wieder zurück", sagte van Gaal. Es wird sich allerdings noch zeigen müssen, ob die Rückschlüsse aus den jüngsten Ergebnissen für diese optimistische These tatsächlich zutreffen. Denn eigentlich gibt die von vielen Fehlern geprägte Spielweise der Mannschaft wenig Anlass zur Annahme, sie habe sich nun endgültig auf den Weg nach oben begeben. Lahm blieb deshalb nach dem Erfolg gegen Cluj zurückhaltend: "Für die Bundesliga zählt das überhaupt nicht."Übersetzung ins SchwäbischeUli Hoeneß hat auch für die Situation in der Liga eine Rechnung aufgemacht. Sein Kalkül sieht den entscheidenden Teil der Aufholjagd ohnehin für die Rückrunde vor, wenn Arjen Robben als Letzter das Lazarett der Bayern verlassen haben soll. "Es wird extrem wichtig, dass wir in Hamburg nicht verlieren", hat Hoeneß also gesagt. "Möglichst gewinnen", fügte er noch an, aber eher gedämpft. Der Präsident hat den Geist im Gewand des bayerischen Mia san mia gegen Hannover und Cluj wohl nur schemenhaft erkannt. Vielleicht hatte das aber auch mit Mario Gomez zu tun, dem Geistbeschwörer. Der Stürmer geht nach 15 Monaten München nämlich noch von einer anderen Bedeutung des Mia san mia aus. "An einem Strang ziehen", übersetzte er mit besten Absichten, aber falsch ins Schwäbische.------------------------------Foto: Geistbeschwörer: Mario Gomez.
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