Ein unerschöpfliches Thema ist die uralte Frage, was man denn an Berlin so alles hasst. Langzeitbewohner und Neuankömmlinge, eigentlich alle, meckern über Berlin, als wären sie hier eingesperrt.Ein aktuelles Stimmungsbild über Berlin-Nörgler bietet die Internetseite www.ich-hasse-berlin.de. Das Projekt des Bebra-Verlages sei "der Versuch einer Sammlung dessen, was an der Hauptstadt nervt und Scheiße ist", steht da."Wundervoll ist es, sich spätestens bei Einbruch der Dunkelheit OHNE Bierflasche in Tram, U- und S-Bahn als sozial im Abseits stehend zu outen", schreibt "Neu-Berliner". "Was ich an Berlin hasse, ist, dass ich nie weiß, ob ich gerade in Friedrichshain, Kreuzberg oder Prenzlberg bin - und das ist ja soooooo wichtig", meckert jemand. Ein anderer stellt fest: "An Berlin hasse ich die Laune der Menschen. In keiner anderen Stadt haben die Menschen schlechtere Laune als in Berlin." Auch Straßenfeste und zugeparkte Radwege sind Hassobjekte. "Mir sind die Punks in Berlin suspekt", schreibt Anne L. Sie grölten sich und ihre Hunde an, aber als einer niesen musste, fragte er "in feinstem Hochdeutsch und konformster Lautstärke: ,Carsten, hast du bitte mal ein Taschentuch für mich?'" Da habe sie sich schon gefragt, "was Punks eigentlich machen, wenn ihnen keiner zuschaut".Jetzt reicht's aber. Sich über grölende Punks aufzuregen, okay, das machen viele. Aber schnäuzen sich Punker gut erzogen ins Taschentuch, wird weiter gemeckert. Das ist mal wieder typisch Berlin.
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