Es tropft im Kanzleramt: Im Notfall bleibt Angela Merkel der Umzug in die Kaserne

2017 stehen teuer Reparaturen im gerade einmal 15 Jahre alten Kanzleramt an.

BLZ
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Berlin - Notfalls zieht Angela Merkel, oder wer auch immer gerade Kanzler ist, in eine Kaserne. Die größte Kaserne Berlins, die Julius-Leber-Kaserne im Wedding, ist als Ausweichdienstsitz vorgesehen, so steht es offenbar in einem Schreiben des Kanzleramts an den Bundestags-Haushaltsausschuss, aus dem der „Spiegel“ zitiert. 120.000 Euro seien vergangenes Jahr dafür gezahlt worden, die Kaserne ans Regierungsnetz anzuschließen.

Das heißt vermutlich so viel wie: Die Kurzwahl für Merkels Büro funktioniert nun auch aus der Kaserne.

Umzug aus ganz unpolitischen Gründen möglich

Es ist ein interessanter Standort, am Rande der Stadt, direkt neben dem Flughafen Tegel. Ein großes Gelände, eine Art eigener Stadt, umzäunt und gut gesichert. Gedanklich ist man da schnell bei Putsch, Verschwörung, Ausnahmezustand, bei einer Kanzlerin, die sich mit einer Gruppe dicke Aktentaschen schleppender Mitarbeiter nachts heimlich das Kanzleramt schleicht.

Allerdings könnte so ein Dienstsitzwechsel auch ganz unpolitische Gründe haben: zum Beispiel, wenn das Kanzleramt bröckelt. Ganz so ist es noch nicht, aber Probleme mit dem Bau gibt es schon: Seit Jahren tropft es in die Tiefgarage und auch in manche Büros. Nun hat man offenbar auch noch festgestellt, dass Wasserhähne und Stromleitungen ausgetauscht werden müssen. Drei Millionen Euro will die Regierung laut der Mitteilung an den Bundestag 2017 offenbar in die Reparatur stecken.

Es sind nicht die ersten Mängel an dem gerade mal 15 Jahre alten Bau des Architekten Axel Schultes.  2007 wurde die vom Regenwasser fleckig gewordene Betonfassade gereinigt. 2009 gab es Probleme mit Heizung und Sprinkleranlage.

Neue Wasserhähne und Pflanzen

2010 zog die Kanzlerin mehrere Monate aus ihrem Büro aus, weil dort die Belüftung nicht mehr funktionierte. Sie blieb allerdings im Haus. Nun soll es neue Wasserhähne geben – und neue Pflanzen für den Garten. Und weil das Moos an der Fassade wieder Schlieren zieht, soll nun die Dachkante tropfsicherer gemacht werden. Es ist vermutlich kein Trost, dass nebenan beim Bundestag Wasserschäden bei einem Neubau aufgetreten sind.

Im äthiopischen Addis Abbeba weiht Angela Merkel im Übrigen diese Woche ein neues, von Deutschland mit finanziertes Gebäude ein. In der Regierung wird dabei der Einsatz „deutscher Gebäudetechnologie“ hervorgehoben.

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