Die Europäische Umweltagentur (EEA) hat die Qualität der europäischen Badegewässer für die Saison 2025 bewertet. Deutsche Seen, Flüsse und Küstenabschnitte schneiden dabei überdurchschnittlich gut ab – im Gegensatz etwa zu Frankreich, das auffällig viele mangelhafte Badestellen meldet.
Ob See oder Meer: Deutsche Gewässer schneiden gut ab
Deutsche Binnengewässer zählen laut dem am Dienstag veröffentlichten EEA-Bericht zu den saubersten in der EU. 91,5 Prozent oder der Seen und Flüsse wurden als ausgezeichnet eingestuft – gemeinsam mit Österreich, Finnland, Dänemark und Luxemburg führt Deutschland diese Kategorie an. Der EU-Durchschnitt bei Binnengewässern liegt deutlich darunter bei 78,3 Prozent. In Spanien, Kroatien, Polen und Portugal erreichten weniger als 60 Prozent der Binnengewässer die Bestnote, Frankreich kommt immerhin auf 71 Prozent.
An Nord- und Ostsee liegen die deutschen Badestellen nah am europäischen Mittelwert von rund 88 Prozent ausgezeichneter Küstengewässer. In Deutschland werden 87,8 Prozent der Küstenbadestellen als ausgezeichnet, 8,9 Prozent als gut eingestuft. Frankreich kommt in dieser Kategorie auf 76,4 Prozent beziehungsweise 16, Prozent. Italien stellt mit einem Drittel aller gemeldeten EU-Küstenbadestellen das größte Kontingent, gefolgt von Frankreich und Spanien mit jeweils 14 Prozent. Spitzenwerte mit jeweils 100 Prozent ausgezeichneter Qualität erreichen Zypern, Litauen und Slowenien.
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Vorbild Brandenburg: Sanierung an der Spree
Als Beispiel für erfolgreiche Sanierungsmaßnahmen hebt die EEA den Badeplatz Spree Lagune in Brandenburg hervor. Zwischen 2017 und 2021 war das Wasser dort wegen erhöhter Werte von Escherichia-coli-Bakterien und intestinalen Enterokokken mangelhaft.
Nach gezielten Eingriffen an einem Entwässerungsrohr verbesserte sich die Qualität laut Agentur 2024 auf ausreichend und 2025 auf gut. Im Einzugsgebiet der Spree habe sich die Nährstoffbelastung seit Anfang der 1990er Jahre nahezu halbiert, was die EEA auf verbesserte Abwasserbehandlung zurückführt.
Frankreich kämpft mit Dauerproblemstellen
In Frankreich wurden 112 Badestellen und damit 3,3 Prozent als mangelhaft eingestuft – einer der höchsten Werte in der EU. Höhere Anteile verzeichneten nur Estland mit 4,6 Prozent und die Niederlande mit 4,1 Prozent. Bei Gewässern, die fünf Jahre in Folge mangelhaft bewertet wurden, liegt Frankreich mit 16 Standorten hinter Italien (34) an zweiter Stelle. Solche Gewässer müssen nach der EU-Badegewässerrichtlinie mit einem dauerhaften Badeverbot oder einer Warnung versehen werden.
Insgesamt waren 85 Prozent der rund 22.000 offiziellen Badegewässer in der EU im vergangenen Jahr von ausgezeichneter Qualität, 96 Prozent erfüllten zumindest die Mindestanforderungen. Grundlage der Bewertung sind Messungen der Bakterien Escherichia coli und intestinale Enterokokken, die auf fäkale Verunreinigungen hinweisen. Flüsse bleiben laut EEA besonders anspruchsvoll: Nur 47 Prozent der rund 1200 ausgewiesenen Flussbadestellen erreichten 2025 die Bestnote. Als Ursachen nennt die Agentur Starkregenereignisse, Mischwasserüberläufe sowie diffuse Einträge aus der Landwirtschaft.
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