Deutschland und Frankreich haben eine neue Initiative gestartet, um den EU-Beitritt der sechs Westbalkan-Staaten und Moldaus zu beschleunigen. In einem gemeinsamen Positionspapier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, sprechen sich die Regierungen in Berlin und Paris für erste Integrationsschritte schon vor einer Vollmitgliedschaft aus.
Die Erfüllung bestimmter Aufnahmekriterien soll demnach belohnt werden – etwa mit einem privilegierten Zugang zum EU-Binnenmarkt oder der Entsendung von Beobachtern in EU-Institutionen. Damit sollen Anreize für schnellere Reformen geschaffen werden. „Die Erweiterungspolitik braucht ein neues Momentum“, heißt es in dem Papier.
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Merz reist nach Montenegro
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) reist am Freitag zum EU-Westbalkan-Gipfel nach Montenegro. Am 22. Juni folgt in Brüssel der zweite EU-Moldau-Gipfel. Beitrittskandidaten sind neben Moldau und der Ukraine die fünf Westbalkan-Staaten Serbien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina, Nordmazedonien und Albanien. Auch das Kosovo strebt in die EU, hat aber noch keinen Kandidatenstatus, da fünf EU-Länder seine staatliche Unabhängigkeit nicht anerkennen.
Die Balkanländer warten zwischen vier Jahren (Kosovo) und 22 Jahren (Nordmazedonien) auf den EU-Beitritt. Am weitesten fortgeschritten ist Montenegro, das auf einen Abschluss der Verhandlungen im kommenden Jahr setzt. Der Beitritt könnte dann bis 2030 erfolgen.
Anknüpfung an Ukraine-Vorstoß
Die deutsch-französische Initiative knüpft an einen Vorstoß an, den Merz vor zwei Wochen für eine „assoziierte Mitgliedschaft“ der Ukraine gemacht hatte – eine Art EU-Mitgliedschaft light für das Land, das sich im Krieg mit Russland befindet. Die Ukraine lehnt ein solches Vorgehen ab und dringt auf eine schnelle Vollmitgliedschaft. Die Ukraine-Initiative von Merz ist separat vom Westbalkan-Vorstoß zu betrachten, schließt aber inhaltlich daran an. (mit dpa)
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