Ukraine

Flüchtling oder Rekrut für die Front? Streit um ukrainische Männer in Europa eskaliert

Mehrere EU-Staaten wollen den Schutz für ukrainische Männer begrenzen. Dahinter steht eine unbequeme Frage über Europas Werte. Eine Kolumne.

4 Min
Ein ukrainischer Soldat umarmt seinen Kameraden, nachdem er nach einem Kriegsgefangenenaustausch zwischen Russland und der Ukraine aus der Gefangenschaft zurückgekehrt ist.

Ein ukrainischer Soldat umarmt seinen Kameraden, nachdem er nach einem Kriegsgefangenenaustausch zwischen Russland und der Ukraine aus der Gefangenschaft zurückgekehrt ist.

© Evgeniy Maloletka/dpa

Im März 2027 soll der vorübergehende Schutzstatus der EU für ukrainische Flüchtlinge auslaufen. Derzeit gilt er für 4,33 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer, von denen mehr als ein Viertel erwachsene Männer sind. Während die meisten EU-Regierungen eine Verlängerung des Schutzstatus unterstützen, drängen mehrere Staaten darauf, den Schutz für neu ankommende Männer im wehrfähigen Alter (23 bis 60 Jahre) einzuschränken.

„Es ist für uns essenziell, den Ukrainern Schutz zu gewähren. Gleichzeitig muss der Krieg geführt und gewonnen werden. Dafür ist es entscheidend, dass mehr Männer in der Ukraine bleiben und kämpfen“, sagte der schwedische Migrationsminister Johan Forssell. Ähnliche Positionen vertreten Polen und Österreich. Auch der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt sprach sich dafür aus, den automatischen Schutz für ukrainische Männer im wehrfähigen Alter zu beenden.

Mit einem Abo weiterlesen

Sie haben bereits ein B+ Abo?

*