Hantavirus

Spende aus Japan: EU testet Influenza-Medikament gegen Hantavirus-Infektion

Die Europäische Arzneimittel-Agentur testet das Medikament Favipiravir zur Behandlung des Hantavirus. Die ersten Dosen befinden sich auf dem Weg nach Europa.

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Auf dem niederländische Kreuzfahrtschiff m/v Hondius haben sich Personen mit dem Hantavirus infiziert.

Auf dem niederländische Kreuzfahrtschiff m/v Hondius haben sich Personen mit dem Hantavirus infiziert.

© Jeffrey Groeneweg/imago

Die ersten Dosen eines experimentellen antiviralen Mittels zur Behandlung des Hantavirus werden nach Frankreich, Spanien und in die Niederlande geliefert. Das teilte die Europäische Kommission am Donnerstag mit. Hintergrund ist ein Ausbruch, der mit einem Kreuzfahrtschiff in Verbindung gebracht wird.

Da es derzeit kein zugelassenes Medikament gegen das Hantavirus gibt, hat die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) den Wirkstoff Favipiravir als plausibelsten Kandidaten für den Einsatz im Rahmen klinischer Studien oder im Wege des sogenannten Compassionate Use identifiziert. Über den konkreten Einsatz entscheiden laut Mitteilung der EU-Kommission die betroffenen Mitgliedstaaten selbst. Compassionate Use bezeichnet die Anwendung nicht zugelassener Arzneimittel bei schwer erkrankten Patienten ohne Therapiealternative.

Die 1400 Tabletten Favipiravir stammen aus einer Spende des japanischen Unternehmens Fujifilm Pharmaceuticals. Vermittelt wurde die Lieferung laut Kommission durch die japanischen Behörden und die EU-Delegation in Japan im Rahmen einer Partnerschaft zur Bewältigung gesundheitlicher Notlagen. EU-Kommissarin Hadja Lahbib erklärte in der Mitteilung der Kommission, Solidarität und schnelles Handeln retteten Leben; die Kooperation zwischen EU, Mitgliedstaaten und japanischen Partnern habe einen raschen Zugang zu potenziell lebensrettenden Behandlungen ermöglicht.

Notfall-Beschaffungsverfahren eingeleitet

Parallel dazu leitet die EU-Kommission nach eigenen Angaben Notfall-Beschaffungsverfahren ein, um weitere Dosen zu sichern, falls in den kommenden Wochen zusätzliche Fälle bestätigt werden. Seit Beginn des Ausbruchs sei man in ständigem Austausch mit den Mitgliedstaaten, um den Zugang zu medizinischen Gegenmaßnahmen sicherzustellen, heißt es in der Mitteilung.

Bislang wurden laut Reuters 13 Personen positiv auf das Hantavirus getestet, die mit dem Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff in Verbindung stehen. Behandelt werden sie in den Niederlanden, Frankreich und Spanien sowie in der Schweiz, den USA und Südafrika. Drei Menschen sind seit Beginn des aktuellen Ausbruchs gestorben.

Hantaviren werden durch Nagetiere übertragen und können beim Menschen Erkrankungen auslösen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass weltweit jährlich bis zu 100.000 Fälle auftreten. Der Virus kann tödlich verlaufen, wobei die Schwere vom jeweiligen Stamm abhängt; eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist selten.

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