Europa League

FC Porto schockt die Eintracht

Lange Zeit sah es für Eintracht Frankfurt nach dem ersten Achtelfinal-Einzug in einem Europacup-Wettbewerb seit 20 Jahren aus. Dann schlug der FC Porto kurz vor Schluss zu. Das 3:3-Remis war am Ende wertlos.

Frank Hellmann
3 Min

Umso bitterer das plötzliche Ende für die Eintracht: Nach dem achtbaren 2:2 im Hinspiel schafften die Hessen lediglich ein spektakuläres, aber nutzloses 3:3 (1:0)-Remis gegen die hoch gehandelten Portugiesen, die damit aufgrund der mehr geschossenen Auswärtstreffer doch noch das Ticket für den Achtelfinaleinzug lösen konnten. Deren Gegner ist nun am 13. und 20. März der SSC Neapel.

Dass die märchenhafte Geschichte nach sehenswert herausgespielten Toren von Stefan Aigner (37.) und Alexander Meier (52. und 76.) nicht fortgeschrieben wird, lag an den Wirkungstreffern von Eliaquim Mangala (58. und 71.) und Nabil Ghilas (86.). Die Enttäuschung kannte hinterher beim Gastgeber keine Grenzen – die meisten Frankfurter Profis sackten mit Schlusspfiff auf den neuen Rollrasen.

Grausamer Fußball

„So eine unglückliche Niederlage habe ich überhaupt noch nie gesehen. Es ist ganz bitter. Fußball kann manchmal grausam sein, und heute war das der Fall“, sagte Vorstandschef Heribert Bruchhagen. Und sein Vorstandskollege Axel Hellmann ging gleich noch einen Schritt weiter: „Wir sind als Markenzeichen der Euro League raus. Das tut uns weh, das tut dem Wettbewerb nicht gut.“

An diesem Abend dominierte die Trauer. Johannes Flum schien beim Abgang den Tränen nahe. „Es ist ein unglaublicher Nackenschlag“, stammelte der ehemalige Freiburger. „Das ist einfach Riesenpech“, sagte der Schweizer Tranquillo Barnetta mit leiser Stimme, „wir haben zwei Mal mehr als gut mitgehalten.“ Der 27-fache portugiesische Meister hatte sicher die individuell besseren Einzelspieler in seinen Reihen, doch das machte der abstiegsgefährdete Bundesligist durch die größere Leidenschaft lange wett.

Und der Hausherr schaffte Maximales aus minimalen Möglichkeiten: Ein mustergültiger Schachzug über den rechten Flügel führte zum Führungstor: Nach Kopfballvorlage von Meier bugsierte Aigner die Kugel kunstvoll mit der Sohle ins Eck – ein Traumtor. Nicht minder formidabel, wie nach Pass des überragenden Carlos Zambrano der Ball von Tranquillo Barnetta quergelegt wurde und Meier ins leere Tor einschob. Doch mit zwei Kopfballtoren produzierte Mangala die erste Ernüchterungswelle. Und als Meier seinen zweiten Treffer geschossen hatte, schlug der eingewechselte Ghilas im Nachschuss zu. „Natürlich sind wir enttäuscht, das war heute ein unglaubliches Spiel. Wir haben alles gegeben“, sagte Doppel-Torschütze Meier.

Für die Hessen haben sich die Festspiele dennoch sportlich als auch wirtschaftlich gelohnt. „Wir sprechen von einem Umsatz von zehn bis zwölf Millionen Euro, davon bleiben netto fünf bis sechs übrig“, hat Hellmann bereits ausgerechnet. Immerhin.

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