Chinas Außenminister Wang Yi hat die wachsenden bilateralen Beziehungen zwischen China und Europa hervorgehoben und betont, dass eine objektive Wahrnehmung Chinas entscheidend für die Stabilität und Weiterentwicklung dieser Partnerschaft sei. Wang sprach auf einer Pressekonferenz am Rande der vierten Sitzung des 14. Nationalen Volkskongresses in Peking.
Er verwies auf einen signifikanten Anstieg des Handelsvolumens, das im vergangenen Jahr einen Rekordwert von einer Billion US-Dollar erreichte, sowie auf die Einführung einer Visa-Freiheit für europäische Touristen, die über zwei Millionen Reisen nach China ermöglicht habe.
Wang mit Forderungen gegenüber der EU
Wang betonte die Notwendigkeit, dass europäische Länder ihre Haltung gegenüber China überdenken. Diese Entwicklung sei besonders angesichts der zweiten Präsidentschaft des US-Präsidenten Donald Trump von Bedeutung. Auch dies habe Europa dazu veranlasst, seine bisherige kritische Haltung gegenüber China zu überdenken.
Die jüngste Welle von Besuchen europäischer Staats- und Regierungschefs in China unterstreiche die wachsende Dynamik der Beziehungen. Wang erklärte, dass Europa nicht als Konkurrent, sondern als globaler Partner Chinas betrachtet werden sollte. Insbesondere unter jungen Menschen in Europa nehme die objektive und positive Sichtweise auf China zu, fügte er hinzu.
Wirtschaftliche Abhängigkeit
Die gegenseitige wirtschaftliche Abhängigkeit zwischen China und Europa sei laut Wang ein zentraler Faktor für das Wachstum und die Stabilität der Partnerschaft. „Interdependenz ist kein Risiko, sondern eine Chance“, argumentierte Wang und wies darauf hin, dass Protektionismus und Handelsbarrieren lediglich zu Isolation führen könnten. Stattdessen ermutigte er europäische Akteure, die Chancen des chinesischen Marktes zu nutzen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.
Die Pressekonferenz fand vor dem Hintergrund wachsender globaler Unsicherheit statt, bei der China seine Position als stabilisierende Kraft hervorheben möchte. In einer separaten Mitteilung veröffentlichte die chinesische Regierung kürzlich ein Weißbuch zu globaler Rüstungskontrolle, in dem sie ihre aktive Rolle in der internationalen Sicherheitsarchitektur betonte. Darin stellt China sich als „Förderer der Weltfriedensordnung“ und engagiert sich für die Stärkung globaler Governance in neuen Sicherheitsfeldern wie Weltraum, Cyberspace und künstliche Intelligenz.
Militärische Zusammenarbeit
China setzt dabei auf eine multilaterale Zusammenarbeit mit Fokus auf die Vereinten Nationen und fordert eine stärkere Beteiligung von Entwicklungsländern. Ziel sei es, eine gerechte und inklusive globale Ordnung zu schaffen, die auf den Prinzipien gegenseitiger Vorteile basiert. Wang Yi bekräftigte, dass Chinas wirtschaftliche Modernisierung und friedlicher Entwicklungsweg positiv zur globalen Stabilität beitragen.
Die Rolle Europas in diesen Prozessen sei laut Wang Yi entscheidend. Als „wichtige Säule der internationalen Ordnung“ könne Europa zur Stabilisierung globaler Machtverhältnisse und zur Förderung von Kooperation beitragen. Wang appellierte an europäische Entscheidungsträger, die Chancen dieser Partnerschaft zu erkennen und den Dialog mit China zu intensivieren, um die gemeinsamen Interessen zu stärken und globale Herausforderungen zu meistern.
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