Als Alhierd Bacharevič jung war, veränderte sich alles um ihn her. Im sowjetischen Minsk geboren, wurde er in einem Land, das nach Unabhängigkeit strebte, Punkmusiker und Dichter. Er wechselte von der russischen in die belarussische Sprache, denn sie zu sprechen, sagte er einmal, „bedeutet europäische Orientierung“. Die Neunziger erlebte er „zwischen Belletristik und Hard Rock, zwischen der Begeisterung für westliche Kultur und Demokratie und der Notwendigkeit, zu bleiben, wo es Freiheit und Kultur bald nicht mehr geben würde“.
Inzwischen hat er mehrere Romane und Essays veröffentlicht, musste aber das Land, in dem er aufwuchs, verlassen. Der heute Fünfzigjährige lebt im deutschen Exil, derzeit in Hamburg. Am Mittwochabend erhält er im Gewandhaus zu Leipzig den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung.
Porträt
„Europas Hunde“: In Belarus verboten, in Leipzig ausgezeichnet
Alhierd Bacharevič bekommt am Mittwoch den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung für sein im Berliner Verlag Voland & Quist erschienenes Buch.
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Alhierd Bacharevič, Europäer aus Leidenschaft
© Julia Cimafiejeva