Spionage-Vorwurf

Moskau: US-Botschafterin besucht inhaftierten Journalisten Gershkovich

Vor knapp zwei Wochen wurde der US-Journalist wegen angeblichen Spionageverdachts festgenommen. Washington fordert weiter die Freilassung Gershkovichs.

Team News dpa
2 Min
Demonstranten in Washington D.C. fordern die Freilassung des inhaftierten Evan Gershkovich.

Demonstranten in Washington D.C. fordern die Freilassung des inhaftierten Evan Gershkovich.

© Andrew Caballero-Reynolds/AFP

US-Botschafterin Lynne Tracy hat am Montag erstmals den unter Spionage-Vorwürfen inhaftierten amerikanischen Journalisten Evan Gershkovich im berüchtigten Lefortowo-Gefängnis in Moskau besucht. „Wir haben das erste Mal Zugang zu ihm seit seiner Festnahme vor knapp zwei Wochen erhalten“, schrieb die Diplomatin bei Twitter. „Er fühlt sich gut, und bleibt stark.“ Gleichzeitig bekräftigte sie die Forderung nach „sofortiger Freilassung“ des Journalisten.

Der Korrespondent der renommierten Tageszeitung Wall Street Journal wurde Anfang des Monats in der Millionenstadt Jekaterinburg im Ural vom russischen Geheimdienst FSB festgenommen. Vorläufig ist der 1991 geborene Reporter bis zum 29. Mai in Untersuchungshaft. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 20 Jahre Freiheitsentzug.

Die Affäre Gershkovich hat die ohnehin gespannten Beziehungen zwischen Washington und Moskau weiter belastet. Moskau allerdings beharrt auf seiner Schuld. Er sei beim Spionieren im Auftrag der amerikanischen Regierung auf „frischer Tat ertappt“ worden, behauptete Kremlsprecher Dmitri Peskow. Nicht nur das Weiße Haus, auch das Wall Street Journal, weisen die Anschuldigungen strikt zurück.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema