Kleinere Ohren, dichteres Fell: Eine Genomanalyse zeigt, wie sich Wollhaarmammuts (Mammuthus primigenius) über Hunderttausende von Jahren an das Klima angepasst haben. Die Studie eines Forscherteams vom Zentrum für Paläogenetik in Stockholm ist in der Fachzeitschrift Current Biology erschienen.
Anhand vieler Funde habe man bereits gewusst, dass die Mammuts ein dickes Fell, kleine Ohren und einen kurzen Schwanz hatten, erklärt der beteiligte Forscher Díez-del-Molino. „Aber es gibt auch viele andere Anpassungen wie den Fettstoffwechsel und das Kälteempfinden, die nicht so offensichtlich sind, weil sie sich auf molekularer Ebene abspielen.“
Insgesamt verglich das Team die DNA von 23 sibirischen Wollhaarmammuts miteinander und mit dem Erbgut von 28 heutigen Asiatischen und Afrikanischen Elefanten. Fast alle untersuchten Mammuts lebten während der vergangenen 100.000 Jahre – mit einer Ausnahme: Ein Genom stammt von dem Wollhaarmammut Chukochya, das vor rund 700.000 Jahren lebte und damit ein sehr früher Vertreter dieser Art war.
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Viele genetische Veränderungen waren schon sehr früh vorhanden
Dieses älteste Erbgut diente dem Team als zeitlicher Ausgangspunkt. Die Forscher stellten fest, dass – im Vergleich zu Elefanten – knapp 92 Prozent jener genetischen Veränderungen, die bei späteren Wollhaarmammuts am Bauplan von Proteinen beteiligt sind, schon bei Chukochya auftraten. Somit seien diese Anlagen vermutlich schon vorhanden gewesen, als sich die Art aus ihrem Vorläufer entwickelte, dem Steppenmammut (Mammuthus trogontherii).
Umgekehrt seien die gut acht Prozent dieser Mutationen, die nicht übereinstimmen, erst später hinzugekommen. „Die allerersten Wollhaarmammuts waren noch nicht voll entwickelt“, sagt Studienleiter Love Dalén. „Sie hatten möglicherweise größere Ohren, und ihre Wolle war anders – vielleicht weniger isolierend und flauschig als die der späteren Wollhaarmammuts.“
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Angepasste Gene für Fettstoffwechsel und Fettspeicherung
Die dichtere Wolle könnte sich entweder kontinuierlich als verbesserter Kälteschutz entwickelt haben oder als gezielte Reaktion auf mehrere Eiszeiten. Das Team verweist darauf, dass Wollhaarmammuts selbst während der Eiszeiten noch Gebiete bis zum 80. nördlichen Breitengrad bewohnten – das entspricht dem äußersten Norden des sibirischen Festlands.
Somit ist es wenig überraschend, dass die Gruppe bei den Wollhaarmammuts auf viele verschiedene Gene stieß, die mit dem Leben in extremer Kälte zusammenhängen, etwa mit dem Fettstoffwechsel und der Fettspeicherung.
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