Was haben Altkanzler Helmut Schmidt und Ex-Geisel Susanne Osthoff gemeinsam? Ganz einfach: Sie dürfen im Fernsehen rauchen. Am Montag, fast genau ein Jahr nach ihrem ersten Besuch, war die 2005 im Irak entführte Frau bei "Beckmann" und qualmte, als säße sie in einer Kneipe. Von Rauchschwaden umwölkt, versuchte sie, erneut Licht in die nebulösen Umstände ihrer Entführung zu bringen.Zur Seite stand ihr der ARD-Korrespondent Patrick Leclercq, der damals das Video der Kidnapper zugespielt bekam. Für die Sendung war das ein Glücksfall. Leclercq begleitete die Berichte von Osthoff mit kritischer Sympathie und trug so dazu bei, dass ihre gelegentlich unsortierten Erzählungen für die Zuschauer verständlich wurden.Nach ihrer Befreiung hatte es unschöne Gerüchte gegeben, unter anderem jenes, Susanne Osthoff sei an dem Kidnapping beteiligt gewesen. Sie trug damals Geld von ihren Entführern bei sich, in einem Interview trat sie verschleiert auf, es begann eine unschöne Medienkampagne. Leclercq sagte, ihn habe damals überrascht, wie schnell diese Gerüchte in die Öffentlichkeit kamen. Wahrscheinlich sei Susanne Osthoff ins Getriebe von Geheimdiensten geraten.Vor einem Jahr wirkte Susanne Osthoff bei Beckmann fahrig und verletzlich. Diesmal schien sie gefestigter. Unbestreitbar hat sie große Kenntnisse vom Nahen Osten und den Menschen, die dort leben. Mit Vorbehalten gegenüber ihrer Person habe sie aber weiter zu kämpfen, berichtete sie. "In Deutschland herrscht viel Unverständnis für Menschen, die sich anders verhalten, als es der Norm entspricht", resümierte Patrick Leclercq am Ende. Er hat wohl recht.------------------------------Foto: Nicht ohne meine Zigaretten: Susanne Osthoff bei "Beckmann".
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