Am 16. April 2025 soll an der Gedenkstätte Seelower Höhen dem Sieg der Sowjetunion gegenüber Nazi-Deutschland und der deutsch-sowjetischen Schlacht von 1945 gedacht werden. Die Berliner Zeitung hat herausgefunden, dass das Auswärtige Amt mit einer Handreichung verhindern will, dass Vertreter Russlands an der Veranstaltung teilnehmen. Die ganze Recherche wurde am 11. April 2025 in der Berliner Zeitung und online veröffentlicht.
In der Handreichung, die der Berliner Zeitung exklusiv vorliegt, heißt es, dass Landkreisen und Kommunen empfohlen wird, keine Einladungen an russische oder belarussische Diplomaten auszusprechen – und notfalls sogar ungebetene Gäste wieder wegzuschicken. Dabei ist das Museum und die Gedenkstätte Seelower Höhen eine Kriegsgräberstätte, die durch den Einigungsvertrag und das deutsch-russische Gräberabkommen aus dem Jahr 1992 geschützt ist.
In dem internen Papier, das über das Brandenburger Innenministerium an die Landräte und Kreise verschickt wurde, heißt es wörtlich: „Für das diesjährige Gedenken wird, aufbauend auf der bisherigen Linie und im beschriebenen Spannungsfeld, folgende Handlungsempfehlung für den Umgang mit Russland und Belarus vorgeschlagen. Diese richtet sich an Auslandsvertretungen des Auswärtigen Amts und im Inland an Bundesländer und Kommunen sowie Gedenkstätten und sonstige Einrichtungen.“ Danach heißt es im Detail: „Im Inland grundsätzlich keine Teilnahme offizieller Stellen an Veranstaltungen auf Einladung von Russland/Belarus und keine Einladung an russische und belarussische Vertreter zu Gedenken von Bund, Ländern und Kommunen.“
Anja Reich, Dossier-Chefin der Berliner Zeitung, war in Seelow vor Ort und hat mit Vertretern der Kommune und der Gedenkstätte gesprochen. Gernot Schmidt, Landrat des Landkreises Märkisch-Oderland in Brandenburg, wo die Seelower Höhen liegen, äußert sich in der Reportage von Anja Reich, was er am Tag des Gedenkens plant und wie er mit offiziellen Gästen der russischen Regierung umgehen wolle. Über die Toten des Zweiten Weltkrieges dürfe man keine Tagespolitik machen, sagt Schmidt der Berliner Zeitung.
Robert Nitz, Seelows Bürgermeister, der die Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag mitorganisiert, äußert sich in der Berliner Zeitung ebenfalls. Und auch Tobias Voigt, Ost-Berliner Politologe und Gedenkstättenführer.
Die ganze Reportage kann man heute in der Berliner Zeitung und online lesen.
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