Woher haben Weisheitszähne ihren Namen? Warum hat der eine gar keine und der andere vier? Und wann müssen sie gezogen werden? Dr. med. dent. Jochen H. Schmidt, leitender Zahnarzt und Implantologe des Carree Dental in Köln, beantwortet die zehn häufigsten Fragen zum Thema Weisheitszähne.
Warum haben Weisheitszähne diesen ungewöhnlichen Namen?
Dr. Schmidt: Das liegt daran, dass Weisheitszähne, wenn überhaupt, generell erst im Erwachsenenalter durchbrechen. Das Alter wurde und wird kulturübergreifend mit Weisheit gleichgesetzt.
Warum hat der eine zwei Weisheitszähne, der andere vier und mancher gar keine?
Dr. Schmidt: Im Regelfall hat man, sofern alle Zähne angelegt sind, vier Weisheitszähne – jeweils einen am Ende jeder Zahnreihe. Bei manchen Menschen liegt aber eine angeborene und oft erblich bedingte Hypodontie vor – das durch eine Nichtanlage bedingte Fehlen von einem oder mehreren Zähnen. Umgekehrt ist es auch möglich, dass man noch zusätzliche Zähne hat. Dann spricht der Zahnarzt von einer Hyperdontie. 20 bis 23% der Bevölkerung haben übrigens gar keine Weisheitszähne.
Wann müssen Weisheitszähne gezogen werden?
Dr. Schmidt: Wenn Weisheitszähne normal und problemlos durchbrechen, müssen sie in der Regel nicht gezogen werden. Da sie allerdings sehr weit hinten liegen und durch schlechte Platzverhältnisse manchmal nicht gut genug gepflegt werden können, entsteht an diesen Zähnen leichter Karies. Gerät dadurch der Zahnnerv in Mitleidenschaft, so muss der betroffene Zahn gezogen werden.
Dasselbe gilt, wenn nicht genügend Platz vorhanden ist oder die Weisheitszähne so schräg liegen, dass ein problemloser Zahndurchbruch verhindert wird. Da sie in diesen Fällen meist noch im Knochen liegen, werden sie durch eine kleinere Operation entfernt.
Wann muss man zum Kieferchirurgen?
Dr. Schmidt: Im Prinzip ist jeder Zahnarzt so ausgebildet, dass er Weisheitszähne entfernen kann. Manche Zahnärzte sind in ihrer Praxis jedoch nicht richtig dafür ausgestattet oder haben sich dagegen entschieden, Zähne zu ziehen.
Liegen die Weisheitszähne sehr nervnah oder extrem verlagert, so empfiehlt sich gegebenenfalls eine Überweisung zum Spezialisten. Dies ist aber von Fall zu Fall verschieden und sollte vom Zahnarzt mit dem Patienten besprochen werden.
Lassen sich auch quer oder schief liegende Weisheitszähne problemlos ziehen?
Dr. Schmidt: Verlagerte, das heißt schief liegende Weisheitszähne können selbstverständlich auch entfernt werden. Allerdings ist der Aufwand meistens größer, da der um den Zahn liegende Knochen entfernt und der Zahn geteilt werden muss. Liegt der Zahn direkt am Unterkiefernerv, so ist manchmal zusätzlich eine spezielle 3D-Röntgenaufnahme erforderlich.
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