Allein in Deutschland

Fall Eriksen: Reanimation kann jährlich 10.000 Menschen vor Herztod retten

Jährlich kommen in Deutschland rund 70.000 Menschen nach plötzlichem Herzversagen ums Leben. Ein Arzt drängt auf bessere Information zur Laien-Wiederbelebung.

Marco Buchholz Team News dpa/mbz
2 Min
Übung einer Notfallsituation mit Erstversorgung an einer Puppe. 

Übung einer Notfallsituation mit Erstversorgung an einer Puppe. 

© imago/Robert Schmiegelt

Im Ernstfall seien die drei Schritte „prüfen, rufen, drücken“ entscheidend: Zunächst müsse geprüft werden, ob die hilfsbedürftige Person bewusstlos sei und nicht oder nicht normal atme. Dann müsse man Hilfe rufen – am besten über den Notruf 112. Eine schnelle, effektive Herzdruckmassage, die jeder beherrschen solle, könnte dann Leben retten. Dafür müsse man mit beiden Händen in der Mitte des Brustkorbs fünf bis sechs Zentimeter tief drücken – und das 100 bis 120 Mal pro Minute.

Die häufigsten Ursachen für einen plötzlichen Herzstillstand seien ein Herzinfarkt oder schwere Herzrhythmusstörungen, sagte Böttiger. Seltener könnten auch Entzündungen des Herzmuskels oder der Herzkranzgefäße oder aber angeborene Anomalien zugrunde liegen. Im Durchschnitt seien Betroffene Mitte 60. Bei jungen, gesunden Menschen sei ein Herzstillstand zwar seltener, aber nicht ausgeschlossen, mahnte Böttiger.

Das Thema Erste Hilfe und Reanimation wird wieder prominent diskutiert, seitdem der dänische Fußballprofi Christian Eriksen im EM-Vorrundenspiel gegen Finnland am Samstag einen Herzstillstand erlitten hatte. Der 29-Jährige konnte nur durch eine sofortige Reanimation gerettet werden.   

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