Bei einem Anschlag auf einem Markt im Nordwesten Pakistans sind nach Polizeiangaben mindestens sieben Menschen getötet worden, darunter zwei Verkehrspolizisten. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, ereignete sich die Explosion am Dienstag in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa nahe der afghanischen Grenze.
Die Zahl der Verletzten variiert je nach Quelle: Die pakistanische Tageszeitung The Nation meldete 18 Verletzte, während die The Express Tribune unter Berufung auf den Deputy Inspector General (DIG) von Bannu, Sajjad Khan, von 23 Verletzten sprach.
Nach ersten Erkenntnissen näherte sich ein mutmaßlicher Selbstmordattentäter zwei Verkehrspolizisten an einem Kontrollpunkt, bevor er sich in die Luft sprengte, wie der örtliche Polizeivertreter Muhammad Sajjad Khan AFP sagte. Laut Express Tribune deuten erste Ermittlungen darauf hin, dass der Sprengstoff in einem Motorrad versteckt war. The Nation berichtet dagegen, dass auch ein in einer Lasten-Rikscha platzierter Sprengsatz als Ursache in Betracht gezogen werde. Spezialisten des Entschärfungsdienstes seien zur weiteren Untersuchung im Einsatz.
Wie die Express Tribune weiter berichtet, besuchte DIG Sajjad Khan zunächst den Tatort im Naurang-Basar und anschließend das Bezirkskrankenhaus. Dort ordnete er an, den Verletzten die bestmögliche medizinische Versorgung zukommen zu lassen. In sozialen Medien kursierende Videos zeigten erhebliche Schäden an Geschäften, Rikschas und benachbarten Gebäuden. Der Sprecher des Rettungsdienstes Rescue 1122, Shadab Khan, erklärte, Einsatzkräfte seien unmittelbar nach der Explosion ausgerückt.
Zweiter Anschlag innerhalb von zwei Tagen
Der Anschlag ereignete sich nur zwei Tage nach einem schweren Angriff in derselben Region. In der Nacht zum Sonntag steuerte laut AFP ein Selbstmordattentäter ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug in einen Polizei-Kontrollpunkt im Bezirk Bannu. Anschließend eröffneten Bewaffnete das Feuer auf den Posten. Mindestens 15 Polizisten wurden getötet.
Ein Behördenvertreter sagte laut AFP, mehr als hundert Kämpfer seien an dem Angriff beteiligt gewesen, zudem seien Kleindrohnen eingesetzt worden. Laut Express Tribune bekannte sich die verbotene Gruppierung Ittehad Mujahideen Pakistan zu der Tat.
Wie The Nation berichtet, verurteilte der Gouverneur von Khyber Pakhtunkhwa, Faisal Karim Kundi, den Anschlag und forderte konkrete Maßnahmen zur Wiederherstellung von Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit. Zudem forderte die Provinzregierung einen Bericht des Generalinspekteurs der Polizei an.
Das pakistanische Außenministerium bestellte laut AFP am Montag den ranghöchsten afghanischen Diplomaten ein. Nach pakistanischen Erkenntnissen sei der Angriff vom Wochenende von in Afghanistan ansässigen Tätern geplant worden. Die Regierung in Kabul weist die Vorwürfe zurück.
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