Fußball

Fabian Reese schwärmt nach Hertha-Punkt gegen Nürnberg: „Es ist lange her ...“

Nach dem Trainerwechsel präsentiert sich die Mannschaft von Hertha BSC mit einem anderen Gesicht und bekommt wieder Applaus. Ein Spieler profitiert besonders.

Christian Kattner Christian Kattner mit dpa
3 Min
Animateur für die Fans und sportlicher Antreiber für die Mannschaft von Hertha BSC: Fabian Reese

Animateur für die Fans und sportlicher Antreiber für die Mannschaft von Hertha BSC: Fabian Reese

© City-Press

Keine Pfiffe oder Becher, die mit ordentlich Wucht in den Innenraum des Berliner Olympiastadions fliegen. Stattdessen Applaus und Anerkennung. Mannschaft und Fans haben sich wieder lieb bei Hertha BSC. „Die Fans haben gesehen und honoriert, dass wir ein gutes Spiel gemacht haben. Das war ein Schritt in die richtige Richtung“, sagte Mittelstürmer Florian Niederlechner nach dem torlosen Remis gegen den 1. FC Nürnberg. Der Hauptstadt-Klub bewertet das Debüt von Trainer Stefan Leitl als Erfolg.

Ganz so berauschend, wie ein Großteil der Spieler den ersten Punktgewinn nach zuvor vier Niederlagen beschrieb, war der Auftritt vor Heimpublikum dann aber doch nicht. Oder sind die Ansprüche bei den Berlinern, die weiter auf den ersten Heimsieg seit Oktober warten, so drastisch gesunken?

Fabian Reese hat zweimal die Führung auf dem Fuß

Kapitän Fabian Reese, der zweimal die Führung auf dem Fuß hatte, sprach von einer deutlichen Leistungssteigerung. „Gegen den Ball war es mit unser bestes, wenn nicht unser bestes Spiel. Es war definitiv ein Riesenschritt. Wir hatten eine Mentalität auf dem Platz. Es ist lange her, dass mal ein Pressing so gut funktioniert hat im Olympiastadion“, schwärmte der Flügelspieler von der starken Defensivleistung und kam zu dem Ergebnis: „Ich kann mich an kein Spiel erinnern, in dem der Gegner so ungefährlich war.“

Zahlt sich der Trainerwechsel in Westend also aus? Ein Befreiungsschlag im Tabellenkeller der 2. Fußball-Bundesliga gelang Leitl bei seiner Premiere als Hertha-Coach zwar nicht. Die Handschrift des gebürtigen Münchners war aber nach lediglich drei Trainingseinheiten zu erkennen. Bei Ballverlusten agierten die Berliner mit viel Aufwand und gingen aggressiv in die Zweikämpfe. „Wir wollten aktiv sein. Wir wollten hohe Ballgewinne haben und ich denke, das ist uns gut gelungen“, urteilte der 47-Jährige zufrieden.

Die Defensive steht. Was besser werden muss, ist das Spiel im letzten Drittel. Der letzte Pass wirkt oft nicht zwingend genug oder ist zu unsauber. Die wenigen Torabschlüsse sind zu unpräzise. Dass Leitl in Niederlechner einen klassischen Mittelstürmer von Beginn an brachte, verpuffte angesichts der wenigen Chancen.

Tjark Ernst ist wieder die Nummer eins im Tor

Trotzdem: Die Intensität stimmte. Die Arbeitsmoral auch. Jeder Spieler wollte sich unter dem neuen Trainer beweisen und für weitere Einsätze empfehlen. Am meisten profitiert Tjark Ernst von dem Wechsel an der Seitenlinie. Ernst war 2024 die unangefochtene Nummer eins im Hertha-Tor und hatte, weil Cristian Fiél mehr Erfahrung wollte, seinen Stammplatz im Januar an Marius Gersbeck verloren. Jetzt gab der U21-Nationalspieler sein Comeback und bekam eine Spielgarantie vom neuen Trainer.

„Mein Bauchgefühl hat mich bestätigt, weil Tjark eine souveräne Leistung hatte, auch wenn er nicht wirklich geprüft wurde“, sagte der Trainer anerkennend und stellte klar: „Tjark spielt, solange er nicht gesperrt oder verletzt ist.“ Auch Ernst sprach nach einem beschäftigungslosen Abend von einem Schritt nach vorne, der ihn zuversichtlich stimme. Doch der Schlussmann weiß auch: „Nichts ersetzt Siege.“ Die nächste Chance auf dieses Gefühl gibt es am nächsten Spieltag gegen Elversberg.

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