Mordprozess

Fall Fabian: Prozess gegen Gina H. in Rostock gestartet – Anklage nennt Motiv

Eine 30-Jährige soll den achtjährigen Jungen aus Güstrow mit mindestens sechs Messerstichen getötet haben. Die Staatsanwaltschaft sieht einen Beziehungsstreit als Auslöser.

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In unmittelbarer Nähe des Fundortes von Fabian aus Güstrow durchsuchen Polizisten im Dezember Buschwerk am Wegesrand.

In unmittelbarer Nähe des Fundortes von Fabian aus Güstrow durchsuchen Polizisten im Dezember Buschwerk am Wegesrand.

© Bernd Wüstneck/dpa

Rund sechseinhalb Monate nach dem gewaltsamen Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow hat sich am Landgericht Rostock eine 30 Jahre alte Frau vor Gericht verantworten müssen. Die Staatsanwaltschaft wirft der Angeklagten Gina H. Mord aus Heimtücke und aus niedrigen Beweggründen vor, wie t-online zuerst berichtete. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.

Der Prozessauftakt fand unter hohen Sicherheitsvorkehrungen und bei großem öffentlichen Interesse statt. Das Landgericht hatte den größten Saal des Hauses gewählt und zusätzlich bestuhlt. Etwa 80 Zuschauer und rund 30 Medienvertreter verfolgten die Verhandlung. Die Angeklagte wurde in Fußfesseln in den Saal geführt und nahm gegenüber von Fabians Mutter Platz. Über ihren Anwalt Thomas Löcker ließ sie erklären: „Wir machen keine Angaben zur Sache.“ Nach rund 17 Minuten endete der erste Verhandlungstag.

Anklage schildert Tathergang

Laut der Anklage soll Gina H., die Ex-Partnerin von Fabians Vater, das Kind am Vormittag des 10. Oktober in Güstrow abgeholt und an einen Tümpel bei Klein Upahl gebracht haben. Kurz vor der Tat habe sie ihr Mobiltelefon bewusst abgeschaltet. Mit einem Messer mit einer Klingenlänge von mindestens zehn Zentimetern soll sie mindestens sechsmal auf Brust und Oberkörper des Jungen eingestochen haben, zwei Stiche trafen demnach das Herz. Anschließend soll sie ihr Telefon wieder eingeschaltet und sich mit einem Bekannten getroffen haben. Danach sei sie zu dem Tümpel zurückgekehrt und habe die Leiche mit Grillanzünder übergossen und entzündet. Fabian starb laut Anklage zwischen 10.50 und 13 Uhr. Die Tatwaffe ist bislang nicht gefunden worden.

Als Motiv nannte die Staatsanwaltschaft einen Streit der Angeklagten mit Fabians Vater. Das Paar war nach Angaben der Anklage rund vier Jahre lang bis August 2025 zusammen. Fabian habe eine körperliche Auseinandersetzung zwischen den beiden mitbekommen, woraufhin der Vater die Trennung eingeleitet habe.

Mutter tritt als Nebenklägerin auf

Fabians Mutter Dorina L. nimmt als Nebenklägerin am Verfahren teil und will an jedem Prozesstag anwesend sein. Die persönliche Begegnung mit der Angeklagten falle ihrer Mandantin sehr schwer, sagte ihre Anwältin Christine Habetha. Auch Güstrows Bürgermeister Sascha Zimmermann verfolgt den Prozess. Der Fall belaste die Menschen in der Stadt emotional, sagte er. Vertreten wird die Anklage durch Oberstaatsanwalt Harald Nowack.

Die Angeklagte sitzt seit dem 7. November in der Justizvollzugsanstalt Bützow in Untersuchungshaft. Bis zum 2. Juli sind 17 Verhandlungstage angesetzt. Am Donnerstag soll der Prozess mit der Vernehmung von Fabians Eltern fortgesetzt werden.

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