Fan-Provokation Basketball

Alba und Bayern droht Nachspiel

Eine Zuschauer-Provokation während des Basketball-Bundesligaspiels zwischen ALBA Berlin und dem FC Bayern München sorgt für Wirbel. Der Ligaverband will Aufklärung. Bayern erhebt schwere Vorwürfe gegen den Hauptstadtclub. Alba antwortet mit versöhnlichen Tönen.

Martin Pfaffenzeller und Karsten Lehmann
3 Min
Reggie Redding von Alba Berlin und Robin Benzing vom FC Bayern im Zweikampf. Für Aufsehen sorgten in dem Bundeliga-Spiel die Fans.

Reggie Redding von Alba Berlin und Robin Benzing vom FC Bayern im Zweikampf. Für Aufsehen sorgten in dem Bundeliga-Spiel die Fans.

© dpa Lizenz

Zwischen 2011 und 2013 spielte Schaffartzik beim achtmaligen deutschen Meister aus Berlin - bis sich der 29-Jährige mit der ALBA-Vereinsführung überwarf und trotz laufenden Vertrags in diesem Sommer nach München wechselte. Für die ALBA-Fans ist er seither die Reizfigur. Bei der 74:94-Niederlage der Bayern in der Hauptstadt schlug dem Spielmacher am vergangenem Sonntag unverhohlener Hass entgegen.

"Geschmack- und verantwortungslos"

„Mit dem Spiel in Berlin ist eine Grenze überschritten worden“, sagte Münchens Sportdirektor Marko Pesic in der „Münchner Abendzeitung“ (Mittwoch). ALBA reagierte am Mittwochnachmittag mit versöhnlichen Tönen. „Sollte es etwas aufzuklären geben, werden wir das selbstverständlich gemeinsam mit dem Ligaverband tun“, teilte der Club zum „geschmack- und verantwortungslosen“ Vorfall mit. Pressesprecher Justus Strauven betonte: „Unsere Fans werden europaweit für ihre Fairness geschätzt.“

Die Bayern hätten bereits während der Partie auf die Trikot-Aktion hingewiesen - ALBA habe laut Pesic nicht reagiert. In der „Bild“-Zeitung legte er nach: „Wenn wir und die BBL solche Respektlosigkeiten zulassen und im Fall von Heiko keine Zivilcourage an den Tag legen, ist das gefährlich.“

Sportliche Schlagzeilen

Der Ligaverband versucht unterdessen, die Wogen nicht zu hoch schlagen zu lassen. „Wenn ich mir anschaue, was in Fußballstadien passiert, sind wir davon beim Basketball noch meilenweit entfernt“, sagte Kaiser. „Wir haben beim Basketball eine tolle Atmosphäre.“ Die Augen verschloss er dennoch nicht vor der Zuschauer-Provokation. „Wir werden die Sachen bewerten und sehen, was wir daraus für die Zukunft lernen und mitnehmen können.“

Die Bayern erhoben unterdessen schwere Vorwürfe gegen die Berliner - vor allem gegen Manager Marco Baldi. „Generell gehört es zum Sport, sich gegenseitig ein paar Sprüche zu drücken. Aber es muss ein gewisser Rahmen gewahrt werden. Den hat Marco Baldi überschritten“, meinte Pesic. „Wir haben lange geschwiegen zu Unwahrheiten, die er über unseren Verein verbreitet.“ Laut dem früheren ALBA-Profi Pesic trete Baldi „nur noch wie ein Marktschreier“ auf. „Ich entwickle da ein Gefühl des Fremdschämens.“

Sportliche Schlagzeilen produzierte ALBA indes im Eurocup. Mit dem 77:57-Erfolg beim belgischen Vizemeister Belfius Mons-Hainaut am Dienstagabend festigten die Berliner den zweiten Tabellenplatz in ihrer Vorrundengruppe. „Das war ein weiterer großer Schritt in unserer Entwicklung“, sagte Sportdirektor Mithat Demirel. (dpa)

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema