Mehr als die Hälfte der Deutschen spüren ihre wahre Müdigkeit laut einer YouGov-Studie im Auftrag des digitalen Gesundheitsbegleiters Doctolib erst in der Auszeit, wenn der Alltagsdruck nachlässt.
Doch genau diese Auszeit bringt vielen kaum Entlastung: Bei fast einem Drittel sorgt der letzte Urlaub für wenig oder gar keine Erholung. Fachlich läuft das Phänomen unter dem Begriff Post-Holiday-Syndrom – und für einen Teil der Betroffenen ist es mehr als ein kurzes Stimmungstief nach den freien Tagen. Warum manche sogar erschöpfter zurückkehren, weshalb Eltern besonders unter Druck stehen und ab wann die Müdigkeit als Warnsignal gilt, zeigen die Zahlen.
Was steckt hinter dem Post-Holiday-Syndrom?
Der Begriff Post-Holiday-Syndrom beschreibt die Müdigkeit und Antriebslosigkeit, die sich nach dem Urlaub einstellen können.
Für viele ist das ein vorübergehendes Stimmungstief, das nach den ersten Arbeitstagen wieder verschwindet.
Für einen Teil der Betroffenen bleibt es aber nicht dabei. Die Erschöpfung nach der Auszeit ist dann mehr als eine kurze Missstimmung – so lässt sich die Umfrage lesen.
52 Prozent merken erst im Urlaub, wie müde sie sind
Die vielleicht auffälligste Zahl der Erhebung: 52 Prozent der Deutschen spüren erst in der freien Zeit, wie müde sie tatsächlich sind.
Im Job und im vollen Alltag überdeckt die Anspannung die Erschöpfung offenbar so lange, bis der Druck wegfällt. Erst dann meldet sich der Körper – ausgerechnet im Urlaub, der eigentlich der Erholung dienen soll.
Wie oft der Urlaub kaum Erholung bringt
Der Urlaub gilt gemeinhin als Zeit zum Auftanken. Für einen erheblichen Teil der Befragten löst er dieses Versprechen aber nicht ein.
24 Prozent merken nach dem Urlaub kaum einen Unterschied zu der Zeit davor. Sie kehren also weder erholter noch müder an den Schreibtisch zurück.
Jeder Zwölfte kommt erschöpfter zurück
Eine kleinere Gruppe trifft es deutlicher: 8 Prozent – und damit jede zwölfte Person – fühlen sich nach dem Urlaub erschöpfter als vorher.
Rechnet man beide Gruppen zusammen, ergibt sich ein ernüchterndes Bild: Bei fast einem Drittel (32 Prozent) hat der letzte Urlaub kaum oder gar keine Erholung gebracht.
Eltern starten deutlich gestresster in den Urlaub
Schon der Start in den Urlaub verläuft für viele alles andere als entspannt.
46 Prozent reisen laut Umfrage mit einem hohen Stresslevel ab. Die Erholung beginnt damit bereits mit einer Belastung im Gepäck.
Besonders angespannt geht es in Familien zu: Bei Eltern mit zwei oder mehr Kindern liegt der Anteil derjenigen, die gestresst abreisen, bei 64 Prozent.
Wann die Erschöpfung zum Warnsignal wird
Dass eine dauerhafte Müdigkeit nach dem Urlaub ernst zu nehmen ist, sehen viele durchaus so.
74 Prozent stufen eine anhaltende Post-Urlaubs-Erschöpfung als ernstes Warnsignal für eine psychische Belastung ein.
Zwischen dieser Einschätzung und dem eigenen Verhalten klafft allerdings eine Lücke. Mehr als jede vierte Person würde bei wachsenden Beschwerden zunächst einfach abwarten, statt gegenzusteuern.
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