Arbeitswelten

Fast ein Krimi: Im neuen Roman von Slata Roschal stirbt ein Schriftsteller

Das Buch „Es ist die Leichtigkeit, die den Herrn am Tisch von der Putzfrau unterscheidet“ zeigt Klassenunterschiede in Literatur und Gastgewerbe. Die Kritik.

Angelo Algieri
5 Min
Slata Roschal thematisiert öffentlich die Bedingungen des Schreibens.

Slata Roschal thematisiert öffentlich die Bedingungen des Schreibens.

© Georg Wendt/dpa

Mit ihrem mehrfach ausgezeichneten Romandebüt „153 Formen des Nichtseins“ (homunculus) gelang Slata Roschal 2022 der Sprung auf die Longlist des Deutschen Buchpreises. Die zunächst als Lyrikerin hervorgetretene Autorin erzählt darin in Miniaturen von einer aus Russland emigrierten Frau auf der Suche nach Identität und einem Platz in der Welt. Der Roman verhandelt Fragen von (Sprach-)Identität, Herkunft, Vorurteilen, Rollenbildern sowie jüdischer Religion und den Zeugen Jehovas – Themen mit teils autobiografischen Bezügen. Roschal wurde 1992 in St. Petersburg geboren, stammt aus einer jüdischen Familie und kam 1997 nach Deutschland.

Bereits mit ihrem zweiten Roman „Ich möchte Wein trinken und auf das Ende der Welt warten“ (Claassen) verlagerte sie ihren Fokus auf die prekäre Lebens- und Arbeitssituation schreibender Frauen. Daran knüpft sie nun mit „Es ist die Leichtigkeit, die den Herrn am Tisch von der Putzfrau unterscheidet“ (Claassen) konsequent an. Teile des Textes stellte sie beim diesjährigen Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb vor, wo sie nicht nur mit ihrer Prosa, sondern auch mit ihrem demonstrativen Verzicht auf die anschließende Jurydiskussion Aufmerksamkeit erregte.

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