Die Weihnachtszeit ist verdaut, die letzten Plätzchen sind gegessen – und auch der Karneval ist seit Aschermittwoch schon wieder rum: Nach monatelanger Gelegenheit zu Völlerei und ausgelassenem Feiern ist es zumindest nach christlicher Tradition nun an der Zeit, dem Körper Ruhe zu gönnen.
Vom Ende des Karnevals bis Ostern wird gefastet. Schon im 2. Jahrhundert, so die Überlieferung, haben Christen gefastet, damals allerdings nur für zwei Tage, an Karfreitag und Karsamstag. Später wurde das Fasten auf ganze 40 Tage ausgeweitet, was streng Gläubigen bis heute Gesetz ist: Vom 14. Februar bis 30. März geht in diesem Jahr die Fastenzeit.
Vor allem Jüngere verzichten eher auf Fleisch
Jüngere Menschen fühlen sich immer weniger dem Christentum verbunden, doch das Fasten scheinen immer mehr von ihnen zu übernehmen – wenn auch weniger aus religiösen als aus gesundheitlichen Gründen.
Fasten liegt insgesamt in Deutschland im Trend. Laut einer Forsa-Umfrage der DAK-Gesundheit halten 67 Prozent der Befragten Fasten für sehr sinnvoll oder sinnvoll, wie die Krankenkasse am Mittwoch in Hamburg mitteilte. Die größte Zustimmung habe das Thema in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen (76 Prozent) erreicht. Nur 21 Prozent der Befragten hätten angegeben, dass das Fasten für sie nicht infrage kommt.
Hoch im Kurs stehen dabei der Verzicht auf Alkohol (77 Prozent), Süßigkeiten (72 Prozent) und Fleisch (54 Prozent). Der Anteil derer, die auf Smartphone und Internet verzichten (26 Prozent) oder das Auto stehen lassen (24 Prozent), ist dagegen deutlich geringer.
Fastenzeit in Berlin: Toll, worauf ein Mensch so alles verzichten kann!
Fastenzeit im Christentum: Mehr als nur Selbstoptimierung
Zudem zeigte sich, dass der Fleisch-Verzicht bei unter 30-Jährigen mit 62 Prozent deutlich beliebter ist als bei den über 60-Jährigen (48 Prozent).
Die Bereitschaft zum „Digital Detox“, also einer digitalen Auszeit, liege in diesem Jahr mit 26 Prozent wieder höher als 2023 mit nur 19 Prozent. Als Gründe wurden unter anderem der Wunsch nach weniger Stress und mehr Zeit für sich selbst genannt.
Für die repräsentative Forsa-Umfrage zum Thema Fasten wurden nach DAK-Angaben insgesamt 1.005 Personen über 18 Jahren befragt. Die Befragung fand vom 6. bis zum 9. Februar online statt. Mit 5,5 Millionen Versicherten ist die Deutsche Angestellten Krankenkasse DAK eigenen Angaben zufolge die drittgrößte Krankenkasse Deutschlands.
Es gibt noch weitere Formen des Fastens
Eine moderne Variante des Fastens, die die Krankenkasse offenbar nicht nachgefragt hat, ist das sogenannte Jammer-Fasten. Bei dieser Version konzentrieren sich die Fastenden darauf, weniger über den Alltag zu nörgeln und schöne Seiten bewusster wahrzunehmen, also achtsamer zu sein.
Eine alltagskonformere und somit ganzjährig beliebte Form des Fastens, die ebenfalls immer mehr Anhänger findet, ist das Intervallfasten. Dabei werden Mahlzeiten nur in einem bestimmten Zeitfenster tagsüber zu sich genommen und außerhalb dessen wird nur Wasser oder Tee getrunken. Die gängigste Methode lautet „16:8“; man isst also innerhalb von acht Stunden. Die meisten lassen dabei das Frühstück oder das Abendessen weg. Bei der 5:2-Methode isst man fünf Tage die Woche normal und an zwei Tagen nimmt man nicht mehr als 500 Kalorien zu sich.
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