Inwieweit die Mannschaft die Debatten um Pep Guardiolas Zukunft und einen personellen Umbruch im Kader beschäftigen, wurde er gefragt. Für vier verlorene Spiele in Serie und sechs Stunden ohne Münchner Tor braucht es ja eine Erklärung. „Ich weiß es nicht, ich kriege das nicht so mit. Ich versuche mich auf das zu konzentrieren, was wir machen müssen. Das ist die Trainingsarbeit, das umzusetzen, was der Trainer von uns verlangt“, antwortete Schweinsteiger. Was darüber hinaus gesagt und spekuliert werde, dazu könne er sich nicht äußern, „weil ich nicht auf dem neuesten Stand bin“.
Was der neueste Stand ist, das ist allerdings eine der Fragen, mit dem der FC Bayern ins Halbfinal-Rückspiel der Champions League gegen den FC Barcelona am Dienstag zieht. Aus Katar, jenem Gastgeberland der WM 2022, für das Guardiola als Turnierbotschafter auftritt, war von der Sendergruppe beIN Sports vermeldet worden, der Trainer habe sich mit Manchester City auf einen Wechsel zur kommenden Saison geeinigt.
Dietmar Hamann heizt Gerüchte an
Angereichert wurde diese Meldung durch Dietmar Hamann, den ehemaligen Kicker der Citizens, die sich im Besitz der katarischen Herrscherfamilie befinden. „Nach meinen Informationen sind sie in sehr fortgeschrittenen Verhandlungen und es ist sehr wahrscheinlich, dass er schon in der nächsten Saison dort anfängt“, sagte Hamann in seiner Rolle als TV-Experte.
Dass Guardiola bei ManCity als Trainer gehandelt wird, ist nicht neu, nicht zuletzt durch seine guten Verbindungen zum dortigen Klubchef Ferran Soriano und Sportdirektor Txiki Begiristain. Bisher war ein Engagement erst für die Zeit nach seinem Vertragsende beim FC Bayern im Sommer 2016 im Gespräch, doch nun sind da eben auch die Münchner Krisensymptome. Zuletzt hatten sie 1991 vier Spiele hintereinander verloren, Guardiola waren in seiner Trainerkarriere zuvor noch nicht ein Mal drei Niederlagen in Serie unterlaufen.
Gesichert ist immerhin, dass die Bayern schwer genervt in das mutmaßlich letzte große Spiel der Saison gehen. Beigetragen hatten dazu auch die Umstände der Niederlage gegen Augsburg. Pepe Reina war nach einem Bodycheck gegen Raul Bobadilla früh vom Platz gestellt worden (13.). Zu zehnt mussten die Münchner in der restlichen Zeit diesen lästigen Pflichtauftritt bewältigen, der neben Paul Verhaeghs verschossenem Elfmeter (15.) auch noch Bobadillas demütigenden Absatzkick zum 0:1 bereithielt. „Ein wunderschöner Sieg“, sagte FCA-Trainer Markus Weinzierl nach dem ersten Erfolg der Augsburger in München überhaupt vergnügt.
Und die Bayern mit ihrem Blues vor der nahezu unlösbaren Aufgabe, ein 0:3 gegen Barça aufzuholen? Hören wir noch mal bei Schweinsteiger rein: „Im Fußball passieren manchmal unglaubliche Dinge. Und ich hoffe, dass wir am Dienstag so einen Tag erwischen.“
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de