Wie laut gut 200 Fans in einer mit 6 500 Zuschauern ausverkauften Halle sein können? Sehr laut, wenn es für ihre Mannschaft besonders gut läuft. Und nicht minder, wenn ihre Mannschaft in der Not Unterstützung braucht. Kurz nach 20 Uhr war von den mit nach München gereisten Anhängern von Alba Berlin allerdings nichts mehr zu hören. Ihr Team hatte sich gerade mit 88:93 nach Verlängerung gegen den FC Bayern geschlagen geben müssen.
Dritte Niederlage im dritten Finalspiel
Mehr noch: Durch die dritte Niederlage im dritten Finalspiel mussten sie und die Mannschaft zuschauen, wie die Münchner mit ausreichend Bier den Gewinn der Deutsche Meisterschaft feiern konnten.
Alba Berlin hatte sich bis zum Ende gegen die Niederlage gewehrt, aber „es reicht nicht, nur eine Halbzeit oder 30 Minuten gut zu spielen. So gewinnt man solche Spiele einfach nicht. Man muss 40 Minuten gut spielen“, sagte Franz Wagner. Hinter dem Alba-Youngster nahmen die Münchner gerade die Meistertrophäe entgegen, überwiegend positive Emotionen schwappten durch die Halle.
Erfolgloser Kampf: Albas Luke Sikma setzt sich gegen Derrick Williams durch.
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Bayern mit besserem Start
Zwei Stunden vor Spielbeginn sah das noch ganz anders aus. Während aus der Halle die Nationalhymne in einer klassischeren Variante als noch am Mittwoch beim Spiel in Berlin zu hören war, ging es beim Eisstockschießen im anliegenden Park emotional zur Sache. Im benachbarten Biergarten hatten es sich dagegen die ersten Basketballfans gemütlich gemacht, friedlich saßen die Anhänger mit ihren roten und gelben Bekleidungen nebeneinander, genehmigten sich bei angenehmen Außentemperaturen das eine oder andere kühle Aufwärmgetränk. In Spielform gebracht, verteilten sich die Alba-Fans in ihrem Block rund um eine elektronische Werbetafel.
Was sie von ihren Plätzen zu Beginn zu sehen bekamen, sorgte für keine weiteren Hitzewallungen in der schwülwarmen Halle. Anders als in den beiden vorherigen Finalspielen hatten diesmal die Bayern den besseren Start erwischt. Intensive Verteidigung gestattete den Berlinern keine einfachen Würfe. Und in der Offensive schafften es die Münchner bei drei ihrer ersten vier erfolgreichen Angriffe völlig frei am Korb abzuschließen.
Berlin arbeitet Vorsprung heraus
Die Berliner Verteidigung ließ die Tür für die großen Spieler der Münchner dreimal zu weit offen und wurde dafür bestraft. Die Bayern lagen mit 8:3 in Führung, wollten erst gar keinen Zweifel daran aufkommen lassen, dass sie in eigener Halle den Meistertitel holen.
Mit zunehmender Spieldauer sollte sich das aber ändern. Joshiko Saibou, der in Spiel zwei gar nicht im Kader stand, erzielte die ersten fünf Berliner Punkte, Rokas Giedraitis ließ die nächsten fünf folgen, die eingewechselten Johannes Thiemann und Tim Schneider schließlich hatten mit ihren Zählern Anteil daran, dass die Berliner beim 17:15 erstmals in Führung lagen (8.). Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnen konnte: Dieser Vorsprung sollte nicht nur ausgebaut, sondern auch sehr lange verteidigt werden.
Chancenlos in der Verlängerung
Alba strahlte trotz des 0:2-Rückstands in der Finalserie eine beeindruckende Ruhe aus. Im Angriff gingen im ersten Viertel acht der zwölf Würfe rein, allein vier waren Dreier. Mit erhöhter Intensität wurden die Bayern zu Ballverlusten oder schwierigen Würfen gezwungen. Zudem brachten die Berliner die Münchner mit ihrer aggressiven und schnellen Spielweise in Foulprobleme. Mit einer 22:15-Führung ging es in die erste Viertelpause, zur Halbzeit führte Alba immer noch mit 46:32. Und als es noch mit einem 62:51-Vorsprung in den Schlussabschnitt ging, waren alle, die es mit Alba hielten, lautstark zu hören.
Wie aber Franz Wagner eingangs erwähnte, reicht das gegen die Bayern eben nicht. Mit einem 11:2-Lauf zu Beginn des letzten Viertels waren sie wieder dran. Alba leistete sich nun Ballverluste, vergab Freiwürfe und geriet 89 Sekunden vor dem offiziellen Ende erstmals in Rückstand. In die Verlängerung konnte sich das Team noch retten, war dort am Ende aber chancenlos.
"Am Ende waren sie besser"
„Wir müssen lernen, in solchen Situationen weniger Fehler zu machen“, sagte Landry Nnoko, „am Ende waren sie besser als wir.“ Während die Bayern-Spieler mit ihren Fans feierten, hatten sich die Alba-Fans und -Spieler bereits aus der Halle verabschiedet. Für sie gab es nichts zu feiern. Wieder einmal.
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