Die Partner der Ukraine haben nach Angaben des Verteidigungsministers Mychailo Fedorow für das Jahr 2026 Militärhilfe in Höhe von beinahe 38 Milliarden US-Dollar (rund 32 Milliarden Euro) zugesagt. Das erklärte Fedorow auf Telegram.
Der Großteil der Mittel soll nach Angaben Fedorows in die Stärkung der ukrainischen Luftabwehr und den Ausbau der Drohnenkapazitäten fließen. Unter anderem sollen mehr als 2,5 Milliarden Dollar für ukrainische Drohnen, über 500 Millionen Dollar für die sogenannte Purl-Initiative, über die Nato-Länder und weitere Partner US-Waffen kaufen, und zwei Milliarden Dollar für Luftabwehr bereitgestellt werden.
Lieferung von Patriot-Raketen vereinbart
Fedorow erklärte, die Ukraine habe mit mehreren europäischen Partnern Vereinbarungen über die zeitnahe Lieferung von Patriot-Raketen aus bestehenden Beständen getroffen. „PAC-3-Raketen für Patriot-Systeme sind der einzige wirksame Schutzschild gegen ballistische Raketen“, sagte der Minister auf X. Er rief dazu auf, dringend weitere Abfangraketen zu liefern.
Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius erklärte am Donnerstag, Deutschland werde fünf weitere Lenkflugkörper vom Typ PAC-3 für Patriot-Systeme in der Ukraine liefern, wenn andere Länder gemeinsam 30 PAC-3 spendeten. Dabei sei er optimistisch, dass die „30 plus 5“ erreicht würden. „Wir alle wissen, dass es darum geht, Leben zu retten“, so Pistorius.
Fedorow: Das haben die einzelnen Länder zugesagt
Deutschland sagte laut Fedorow mindestens eine Milliarde Euro für den Kauf von Drohnen zu. Zudem sollen aus dem bestehenden Hilfsbudget von rund 11,5 Milliarden Euro für die Ukraine Projekte zum Luftabwehrschutz ukrainischer Städte und zum Aufbau von Drohneneinheiten finanziert werden. Deutschland übernimmt nach dem Rückzug der USA mittlerweile die Hauptlast der Ukraine-Hilfen in Europa.
Großbritannien kündigte drei Milliarden Pfund (rund 3,4 Milliarden Euro) Unterstützung an, davon 500 Millionen Pfund für Luftabwehr, so Fedorow. Norwegen sicherte demnach sieben Milliarden Dollar zu, Schweden 3,7 Milliarden Euro, Dänemark zwei Milliarden Dollar und Spanien 1,2 Milliarden Dollar.
Die Niederlande verpflichteten sich, mindestens 0,25 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für die ukrainische Verteidigung bereitzustellen. Belgien kündigte eine Milliarde Euro Militärhilfe an. Auch Kanada, Australien, Portugal, die Türkei und die baltischen Länder sagten Unterstützung zu, teilte der ukrainische Verteidigungsminister mit.
Fedorow hatte laut einem Bericht des Kyiv Independent zuvor erklärt, dass der Ausbau der Luftverteidigung für die Ukraine oberste Priorität habe. Demnach präsentierte er 18 Verteidigungsprojekte für 2026, darunter eine erweitere Finanzierung für im Land produzierte Raketen und die Schaffung spezialisierter Drohnen-Angriffseinheiten. (mit dpa)
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